Weltfußball
deutsche Ausgabe
Der Meißel-Konstrukt-Zyklus behauptet im Kern: Jede Ordnung ist ein Konstrukt, das als Antwort auf einen Meißel (den Bruch einer alten Ordnung) entsteht. Ein Konstrukt hat, was es leisten kann, und was es nicht leisten kann. Was es nicht leisten kann, wird zu seinem Rest. Der Rest verschwindet nicht, er verlagert sich nur, häuft sich nur an und löst schließlich den nächsten Meißel aus. Die Reihe Weltfußball liest mit diesem Zyklus sechsundneunzig Jahre Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft neu, von der Gründung 1930 in Uruguay bis zum Finale von East Rutherford beim Turnier 2026 in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko. Der Weltfußball wollte sich als Konstrukt vom ersten Tag an einfrieren — seine Regeln einfrieren, die Reinheit des Amateurstatus einfrieren, festlegen, wer in seinem Zentrum stand. Doch jeder Versuch, sich einzufrieren, wurde von einem Rest wieder aufgestoßen, den nichts zudecken konnte: der ausgeschlossene Berufsspieler, das unterschätzte Südamerika, die Fehlentscheidung, die niemand klar erkennen konnte, der Zuschauer, der nicht hineinkam, der Zufall, der sich nicht unterdrücken ließ. Zweiundzwanzig Essays, nun vollständig in dieser deutschen Ausgabe verfügbar.