Non Dubito · Ästhetik
Ästhetik: Was wir sehen, jenseits des Gefallens
Wir können Verschiedenes lieben und doch an derselben Stelle etwas entdecken. Ein Auftakt und dreizehn Blickrichtungen führen von Werken und Alltagserfahrungen zu Fragen der Schönheit, ohne eine Begriffskunde vorauszusetzen.
Mit dem Auftakt beginnen
Ästhetik · Der Auftakt
Es gefällt mir nicht. Seine Schönheit sehe ich trotzdem.
Ein Roman, den wir nicht wieder lesen möchten. Ein Becher, der fertig ist. Gefallen, Schönheit und Urteil müssen nicht in einem einzigen Satz aufgehen.
Essay lesen →Dreizehn Blickrichtungen, keine Leiter
Strahl 01 · Hundun, das noch nicht Aufgeteilte
Die Sterne haben Namen. Der Himmel ist damit nicht zu Ende erzählt.
Ein Name kann uns sehen helfen oder dazu bringen, mit dem Sehen aufzuhören. Legen wir die Sternkarte weg und schauen noch einmal hinauf.
Essay lesen →Strahl 02 · Die Schönheit der Philosophie
Das Haus ist noch nicht verkauft. Der Streit ist ein anderer geworden.
Eine Frage entscheidet nicht über die Zukunft einer Familie. Doch sie lässt die Beteiligten hören, woran die anderen eigentlich festhalten.
Essay lesen →Strahl 03 · Die Schönheit der Mathematik
Beide Antworten stimmen. Warum ist die eine schöner?
Nicht nur 5050 als Ergebnis erhalten, sondern sehen, warum diese Summe herauskommt. Schönheit ist keine Auszeichnung für Schnelligkeit.
Essay lesen →Strahl 04 · Die Schönheit der Physik
Auch ein schöner Gedanke muss die Antwort der Welt abwarten
Warum begegnet eine Zahl aus elektrischen Experimenten einer Messung des Lichts? Schönheit kann eine Frage anleiten. Für ein Messgerät antworten kann sie nicht.
Essay lesen →Strahl 05 · Die Schönheit der Kausalität
Im Holz ist das trockene Jahr geblieben
Jahresringe, Steinstufen und Reparaturspuren lassen Vergangenes gegenwärtig werden. Was wir darin lesen, entschuldigt nicht alles, was dazu geführt hat.
Essay lesen →Strahl 06 · Die Schönheit der Biologie
Es verändert sich ständig und fällt doch nicht auseinander
Ein kleines Stäbchen unter dem Mikroskop: Wie bleibt es ein Lebewesen? Eine ruhige Gestalt muss nicht bedeuten, dass nichts geschieht.
Essay lesen →Strahl 07 · Die Schönheit der Fortpflanzung
Die nächste Generation ist keine fertige Miniatur
Ein Volvox-Embryo stülpt sich um. Eine neue Kugel bildet ihre unterschiedlichen Teile erneut aus. Fortsetzung heißt nicht, ein fertiges Muster einfach noch einmal zu drucken.
Essay lesen →Strahl 08 · Die Schönheit der Wahrnehmung
Es wird dunkel, und der Garten erscheint anders
Du hast die blaue Blüte erkannt und brauchst ihre Farbe für nichts mehr. Das Blau bleibt. Was wir empfinden, ist nicht nur eine Mitteilung.
Essay lesen →Strahl 09 · Die Schönheit des Erkennens
Der Ton ist noch nicht da. Du wartest schon auf ihn.
Ein falscher Ton nebenan, eine Apotheke um die Ecke: Erinnerung blickt nicht nur zurück. Sie steckt auch in dem halben Schritt, den wir noch nicht getan haben.
Essay lesen →Strahl 10 · Die Schönheit des Selbst
»Ich habe mich geirrt.«
Ein falsch gerufener Name bringt das Urteil zu dem Menschen zurück, der es gefällt hat. Nicht die ganze Welt lag falsch. Auch nicht der ganze Mensch.
Essay lesen →Strahl 11 · Die Schönheit des Zwecks
Vor dem Druck lässt er das Wort zurückändern
Die flüssigere Übersetzung war nicht falsch. Weshalb greift er noch einmal zum Telefon? Eine eigene Richtung macht einen Menschen nicht unkorrigierbar.
Essay lesen →Strahl 12 · Die Schönheit des Nichtzweifelns
Ich würde es anders spielen. Du musst es nicht wie ich machen.
Der Lehrer bleibt anderer Meinung. Trotzdem hilft er dem Schüler, dessen eigenen musikalischen Atem hörbar zu machen. Eine Wahl zu lassen heißt nicht, Hilfe zu entziehen.
Essay lesen →Strahl 13 · Die Schönheit gegenseitigen Nichtzweifelns
Nach dem Gespräch gingen wir noch immer verschiedene Wege
Einer ging weiter zum Kurs, der andere nicht. Die Fragen kamen an, ohne den anderen dorthin zu führen, wo man ihn selbst haben wollte.
Essay lesen →Die dreizehn Strahlen sind nebeneinander mögliche Richtungen der Aufmerksamkeit, keine Rangfolge des Geschmacks und keine Leiter zu einer höchsten Schönheit. Derselbe Gegenstand kann in mehreren Richtungen sichtbar werden. Fertige Werke verlieren ihre Schönheit nicht dadurch, dass wir auch dem Entstehen und dem noch Offenen nachgehen. Diese Ausgabe umfasst den Auftakt und alle dreizehn Strahlenessays, nicht die gesonderten täglichen Entdeckungen oder die einzelnen Kunstbetrachtungen.
Quellen und weiterführende Lektüre
Die deutschen Leseressays sind eigenständig nach den vollständigen veröffentlichten chinesischen Manuskripten geschrieben. Die schon vorhandene englische Fassung ist ebenfalls unabhängig verfasst; vereinfachtes und traditionelles Chinesisch enthalten die vollständigen Texte. Die Essays sind keine technischen Vollübersetzungen der wissenschaftlichen Aufsätze. Jede Folge behält ihren eigenen vollständigen Hinweis zu erfundenen Beispielszenen, nachprüfbaren Sachverhalten und Grenzen der Deutung sowie sämtliche Quellenlinks. Die SAE-Aufsätze sind auf Englisch und Chinesisch zugänglich. Die getrennte Sammlung mit Kunstbetrachtungen besitzt eine deutsche Ausgabe; tägliche Entdeckungen und der ältere Essay über den Tod des Künstlers liegen auf Englisch und in vereinfachtem Chinesisch vor. Die hier angebotenen Links zu diesen beiden Bereichen führen zur englischen Lektüre.