Non DubitoEssays in the Self-as-an-End Tradition
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103 / 108 · Der Andere und der leere Platz

Girard: Begehren kommt von anderswo

Vom umkämpften Spielzeug bis zum Menschen, auf den eine Menge zeigt: Im Begehren stehen andere mit im Raum, und gemeinsame Feindseligkeit kann Zusammenhalt schaffen. Was tun wir, nachdem wir das erkannt haben?

I. Der kleine Lastwagen

Zwei Kinder in einem Zimmer.

Zehn Spielsachen liegen auf dem Boden. Das jüngere Kind ist schon eine Weile hier. Es hat alle angesehen. Keines interessiert es besonders.

Das ältere kommt herein, schaut kurz hinunter, hebt einen kleinen Lastwagen aus Holz auf und beginnt damit zu spielen.

Sofort steht das jüngere auf, läuft hin und greift danach.

»Der gehört mir.«

Eben war ihm der Lastwagen gleichgültig. Auch die neun anderen Spielsachen möchte es weiterhin nicht haben. Aber das eine, das jetzt in der Hand des anderen liegt, muss es bekommen.

Viele Eltern kennen diese Szene. Sie bietet auch einen Zugang zum Lebenswerk René Girards.

Das Kind will nicht einfach einen Lastwagen. Es will den Lastwagen, den das andere Kind will. Das Ding war vorher schon da. Erst die Hand des anderen hat ihm einen besonderen Wert gegeben.

Girard meint: Das hört mit der Kindheit nicht auf. So lernen wir auch später, was begehrenswert ist.

Wir glauben, ein Auto wegen seiner Eigenschaften haben zu wollen. Vielleicht haben wir seine Eigenschaften erst studiert, nachdem ein Kollege es gekauft hat. Ein Urlaubsort ist schön; die Bilder anderer haben uns womöglich beigebracht, dort sein zu wollen. Auch in einer Verliebtheit können die Bewunderung anderer oder ein Ideal aus Romanen und Filmen mitsprechen. Der geliebte Mensch bleibt dabei jemand mit eigenen Wünschen, kein Preis für den Sieger eines Wettkampfs.

Das klingt ernüchternd. Girard sagt jedoch nicht, ein beeinflusster Wunsch sei deshalb unecht. Er macht eine Beziehung sichtbar, wo wir einen einsamen Ursprung vermuten.

Das einfache Bild besteht aus mir und einem Gegenstand. Ich sehe ihn, er gefällt mir, ich möchte ihn. Eine gerade Linie.

In Girards Bild kommt ein Dritter hinzu: ein Vorbild. Ich sehe, dass dieser andere etwas will, und beginne es ebenfalls zu wollen. Ich, Gegenstand, Vorbild. Ein Dreieck.

Girard rückt dieses Dreieck ins Zentrum des menschlichen Begehrens. Es ist eine weitreichende, umstrittene Erklärung, kein Beweis, dass Hunger, Durst oder jeder einzelne Wunsch bloß Nachahmung seien. Seine Frage trifft etwas anderes: Wie oft steht in dem vermeintlich Eigensten bereits ein anderer Mensch?

Als Literaturlehrer in den Vereinigten Staaten liest er Cervantes, Stendhal, Proust und Dostojewski immer wieder. Sein 1961 erschienenes Buch Mensonge romantique et vérité romanesque, auf Deutsch als Figuren des Begehrens bekannt, führt Beziehungen zusammen, die ihm in diesen Romanen auffallen.

Don Quijote möchte Ritter sein, weil er Ritterromane gelesen hat. Amadis gibt ihm ein Vorbild. Julien Sorels Aufstiegswünsche stehen im Schatten Napoleons. Bei Proust wird ein gesellschaftlicher Kreis begehrenswert, weil andere nach Zugang verlangen. Bei Dostojewski steigern Rivalen einander in Liebe und Hass hinein; schließlich kann der Rivale wichtiger werden als die Person, um die angeblich gestritten wird.

Die Romane haben diese Verstrickungen längst gezeigt. Girard gibt ihnen einen theoretischen Namen: mimetisches Begehren.

Das ist der erste Stein. Was er später über Gewalt und Gemeinschaft schreibt, wächst darauf weiter.

II. Wie eigen ist mein Wunsch?

Eine Folgerung macht unruhig. Wenn mein Begehren von anderen geprägt ist, wie soll ich dann einfach »ich selbst« sein?

Sei du selbst. Finde heraus, was du wirklich willst. Hör auf dein Herz. Solche Ratschläge setzen oft voraus, tief in uns warte ein ursprünglicher, unabhängiger Wunsch. Man müsse ihn nur von fremden Einflüssen befreien.

Girard misstraut diesem Bild.

Jemand möchte Maler werden, nachdem er eine romantische Künstlerbiografie gelesen hat. Ein Lebensstil lockt seit einem Instagram-Bild. Romane und Filme haben Vorstellungen davon angelegt, wen man heiraten möchte. Selbst die Berufswahl kann die Erwartungen der Eltern weiterführen oder deren genaues Gegenteil suchen. Auch der Widerspruch erhält seine Richtung manchmal noch von dem, wogegen er sich richtet.

Das nimmt uns nicht die Fähigkeit zu urteilen. Es bedeutet, dass unser Urteil nicht in einem unbewohnten Raum beginnt.

Unter dem Satz »Ich will« finden sich häufig Spuren von »Ein anderer will« oder »Jemand erwartet das von mir«. Das Innere ist nicht nur eine unberührte Quelle. Es ist auch ein Spiegel. Wer hat davor gestanden?

Diese Frage soll nicht entmutigen. Sie kann einen kleinen Abstand schaffen.

Wenn ein Wunsch drängt, lässt sich fragen: Wo bin ich ihm zuerst begegnet? In welchem Menschen, welchem Bild, welcher Geschichte? Und woher hatte dieser Mensch wiederum sein Vorbild?

Die Frage löst den Wunsch nicht auf. Der Lastwagen bleibt verlockend. Aber der Wunsch spricht vielleicht nicht länger mit unbedingter Autorität: Das bin ich, also muss es so sein.

Wo die Selbstverständlichkeit nachlässt, entstehen Möglichkeiten. Man kann einem Wunsch weiter folgen und seine Herkunft kennen. Man kann ihn loslassen. Man kann ihn behalten, ohne ihm jede Entscheidung zu überlassen.

Dann werden auch die Wünsche anderer anders sichtbar.

Ein Kollege möchte dieselbe Beförderung. Zwei Menschen hoffen auf die Liebe derselben Person. In einem Land richten sich immer mehr Ängste und Ressentiments auf dieselbe Gruppe. Wir können zusätzlich fragen, wie diese Wünsche und Gefühle entstanden sind: Wer machte den Gewinn so unentbehrlich? Wie wurde dieser Mensch zur Bedrohung? Welche Bilder werden wiederholt?

Das heißt nicht, dass wir nun von außen die wahren Motive aller kennen. Gerade das wäre eine neue Anmaßung. Wir hören nur auf, jede Gemeinsamkeit der Wünsche für naturgegeben zu halten.

Ein wenig Freiheit liegt darin. Nicht Freiheit vom Begehren, sondern Abstand genug, um ihm nicht vollständig ausgeliefert zu sein.

Dieser Abstand wird wichtig, sobald sich ein Vorbild in ein Hindernis verwandelt. Ich will, was der andere will; der andere steht mir im Weg. Bald verfolge ich nicht mehr nur ein Ding, sondern vor allem ihn.

III. Alle gegen einen

Mimetisches Begehren kann Wünsche zusammenziehen. Einer strebt nach etwas, der andere strebt stärker. Jede Bewegung des einen erhöht für den anderen den Einsatz.

Manches ist tatsächlich knapp: eine Stelle, ein Grundstück, eine Auszeichnung. Anderes erscheint durch den Vergleich unentbehrlich, etwa die Stellung als Lieblingskind des Vaters. Verlieben sich zwei in denselben Menschen, suchen sie dessen Antwort. Sie besitzen keinen Anspruch darauf; der Geliebte ist keine aufzuteilende Ressource.

Reale Knappheit lässt sich auch nicht als bloße Einbildung abtun. Verteilung, Regeln und Macht zählen. Doch Nachahmung kann einen vorhandenen Konflikt so steigern, dass der ursprüngliche Gegenstand nebensächlich wird. Entscheidend ist nur noch, den Rivalen zu schlagen.

Zwei werden Gegner. Eine Gruppe verstärkt ihre Feindseligkeit. Ein Unterschied, über den man gestern noch sprechen konnte, erscheint heute unerträglich. Eine Krise kann daraus entstehen.

Kann: Nachahmung ermöglicht ebenso Lernen und Zusammenarbeit. Es gibt keinen Zwang, aus jeder Ähnlichkeit einen Kampf werden zu lassen.

Girard liest Mythen, die Bibel, anthropologische Arbeiten, Beschreibungen von Opferriten und Verfolgungen, darunter die europäischen Hexenjagden. In diesen Materialien verfolgt er ein Muster: Eine zerrissene Gemeinschaft findet über eine gemeinsame Zielscheibe wieder zusammen.

Ein Mensch oder eine kleine Gruppe wird zum Grund der Krise erklärt.

Er hat die Seuche gebracht. Sie hat die Ernte verdorben. Sie haben die Götter erzürnt. Wegen dieser Leute geht unser Land zugrunde. Die Beschuldigungen wechseln; die verschiedenen Wutbewegungen erreichen denselben Punkt.

Dann wird getötet, verbannt, eingesperrt, verbrannt.

Im Mechanismus, den Girard beschreibt, kann danach vorübergehend Ruhe einkehren. Jedenfalls empfindet die Gemeinschaft es so.

Nicht weil die Beschuldigung richtig gewesen wäre. Sondern weil Menschen, die gegeneinander standen, gemeinsam gehandelt haben. Aus allen gegen alle ist alle gegen einen geworden.

Die Nachahmung hört dabei nicht auf. Sie richtet sich nun auf dieselbe Feindseligkeit. Einer beschuldigt, ich beschuldige. Einer schlägt, ich schlage. Im Gleichklang der Angriffe entsteht Zusammengehörigkeit.

Girard geht noch einen Schritt weiter. Die Gemeinschaft kann dem Tod des Opfers die wiedergewonnene Ordnung zuschreiben. Wer eben als Urheber des Unheils galt, erscheint plötzlich auch als Ursprung des Friedens. Bedrohlich und heilbringend zugleich: Diese doppelte Zuschreibung ist für seine Deutung des Heiligen entscheidend.

Darauf baut er eine weitreichende Hypothese religiöser Ursprünge. Das Ritual soll die gründende Gewalt in geregelter Form wiederholen und dadurch grenzenlose Vergeltung verhindern. Eine kontrollierte Opferhandlung soll etwas bändigen, das zuvor außer Kontrolle geriet.

Das ist Girards Theorie, kein archäologischer Nachweis einer einheitlichen Herkunft sämtlicher Religionen. Ebenso wenig lässt sich jedes Tieropfer einer universellen späteren Stufe nach dem Menschenopfer zuordnen.

Er nennt das Geschehen den Sündenbockmechanismus.

Am Anfang dieser Folge stand Hypatia. Wir sahen die Menge, ihre Gewissheit, das, was sie nicht sehen wollte. Girards Perspektive lenkt den Blick auf einen bestimmten Schritt: Aus einem Menschen wird das Hindernis, von dessen Entfernung angeblich alles abhängt.

Alexandria war von religiösen und politischen Spannungen durchzogen. Dazu gehörte der Konflikt zwischen Bischof Kyrill und dem Präfekten Orestes. Hypatia verkehrte mit Orestes; man beschuldigte sie, die Versöhnung der beiden zu verhindern.

Eine Lehrerin, eine Mathematikerin, eine Frau in den Beziehungen ihrer Stadt: All das wird auf eine Funktion zusammengedrückt. Entfernt sie, dann löst sich das Problem.

Diese Ähnlichkeit erlaubt eine Frage nach dem Sündenbock. Sie beweist nicht, dass der Mord Alexandria tatsächlich befriedete. Ein theoretisches Etikett ersetzt auch nicht die besondere Geschichte dieses Mordes.

Hypatias öffentliche Stellung, ihre Bildung, ihr Geschlecht, ihre nichtchristliche Religion konnten gegen sie verwendet werden. Keiner dieser Züge war Schuld. Sie wurden zu Merkmalen, mit deren Hilfe man auf sie zeigen konnte.

Ein Sündenbock muss nicht die Ursache sein. Er muss als Ursache benennbar gemacht werden.

IV. Warum gerade dieser Mensch?

Warum Hypatia und nicht jemand anderes? Warum richten sich Spannungen auf eine bestimmte, bereits erkennbare Gruppe?

Girards Rede von Willkür darf hier nicht mit Zufall verwechselt werden. Die nationalsozialistische Judenverfolgung war keine beliebige Wahl aus einer Liste. Langjähriger Antisemitismus, rassistische Ideologie, Staatsmacht und organisierte Vernichtung haben konkrete Geschichten. Keine Theorie des Sündenbocks kann sie ersetzen.

Willkürlich heißt hier: Die zugeschriebene Schuld rechtfertigt die kollektive Bestrafung nicht. Dass sich erklären lässt, warum Täter eine Gruppe auswählten, heißt nicht, in den Opfern sei ein Grund zu finden, der ihre Verfolgung legitimiert.

Aus einem Unterschied kann ein Zeichen werden. Hautfarbe, Gesicht oder Körpergröße. Der Akzent eines Zugewanderten. Eine Minderheitenreligion. Das Frausein in einer patriarchalen Ordnung. Eine gesellschaftliche Stellung: adlig während einer Revolution, arm in einer wohlhabenden Umgebung. Wissen in einer bildungsfeindlichen Zeit, Behinderung in einer Welt, die Stärke verehrt. Selbst ein zurückgezogenes Leben kann verdächtig gemacht werden.

Das Merkmal handelt nicht von selbst. Gerüchte, Machtverhältnisse und Gruppengeschichten machen daraus den scheinbaren Beleg: Der gehört nicht zu uns.

Damit wird das »Wir« schärfer. Wir sind nicht sie. Wir sind die, die sich gegen sie verteidigen müssen. Ihre Vertreibung soll uns wieder zusammenbringen.

Erschreckend ist, wie beweglich diese Grenzen sind. Niemand ist für immer sicher, weil er eine heutige Liste verdächtiger Merkmale nicht erfüllt. In einer anderen Lage kann die eigene Bildung, der eigene Akzent, das Geschlecht oder ein früherer Satz zum entscheidenden Zeichen werden.

Nicht alle tragen deshalb das gleiche Risiko. Geschichte und Macht verteilen Gefahren ungleich. Aber gegenwärtige Sicherheit ist keine prinzipielle Unangreifbarkeit.

Girard sieht darin eine Gefahr, die in verschiedenen Kulturen wiederkehrt, nicht die Spezialerfindung einiger ungewöhnlich schlechter Menschen. Man muss ihm nicht bei jeder Verallgemeinerung folgen, um den Satzwechsel zu bemerken: von vielen schwierigen Problemen zu »Das Problem ist dieser Mensch«.

Was braucht es, um diesen Wechsel zu unterbrechen?

Zunächst jemanden, der ihn sieht.

V. Von der Seite des Opfers

Im religiösen Denken Girards steht eine weitere Bewegung im Mittelpunkt: der Wechsel der Erzählperspektive.

Viele Mythen liest er als Geschichten, die auf der Seite der Verfolger überliefert wurden. Ein Ungeheuer bedroht die Gemeinschaft. Ein Held beseitigt es. Alle sind gerettet. Wir haben die Gefahr erkannt; wir haben richtig gehandelt. Für die Stimme des Getöteten bleibt kein Platz.

In bestimmten Erzählungen der hebräischen Bibel hört Girard eine andere Stimme.

Josef wird von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft. Die Geschichte bleibt nicht bei der Erleichterung der Brüder stehen, einen Störenfried los zu sein. Sie folgt dem, den seine Familie ausgeliefert hat.

Hiobs Freunde wollen sein Leiden aus einer Schuld erklären. Irgendetwas muss er getan haben, sonst könnte es ihm nicht so ergehen. Doch Hiob widerspricht. Sein Unglück beweist nicht, dass die Ankläger recht haben.

Beim leidenden Gottesknecht in Jesaja verschiebt sich ebenfalls der Blick: Der vermeintlich von Gott Bestrafte trägt etwas für andere. Die sichere Auslegung der Zuschauer wird fraglich.

Das sind nicht die einzigen Stimmen für Opfer in der Antike. Für Girard bilden sie aber eine entscheidende Spur. Der Angeklagte erhält die Möglichkeit, die Anklage selbst infrage zu stellen.

In seiner Lektüre der Passion verdichtet sich diese Spur.

Jesus wird gekreuzigt. In den Erzählungen kommen Ankläger unter religiösen Autoritäten, der römische Statthalter und eine aufgebrachte Menge zusammen. Die Kreuzigung geschieht unter römischer Herrschaft durch römische Gewalt. Daraus folgt keine Schuld aller damaligen Juden und erst recht keine Schuld späterer Generationen.

Girard betont: Die Evangelien behandeln die Hinrichtung nicht als Beweis dafür, dass die Gemeinschaft richtig gehandelt hat. Die Unschuld des Opfers bleibt im Zentrum. Zahl, Rang und Amtsentscheidung machen eine Beschuldigung nicht wahr.

Das bedeutet nicht, vor den Evangelien habe niemand Mitleid mit einem unschuldig Verfolgten gekannt. Es macht den Unterschied zweier Erzählweisen deutlich: Wir haben es gemeinsam getan, also war es richtig. Oder: Wir haben es gemeinsam getan und können dennoch gemeinsam einen Unschuldigen getroffen haben.

Von der Stelle des Opfers aus sieht der Zusammenhalt anders aus. Was wie Gerechtigkeit erschien, kann als Umlenkung einer gemeinsamen Gewalt sichtbar werden.

Girard findet in dieser Überlieferung ein dauerhaftes Mittel, den Mechanismus zu erkennen. Kein Mittel, das seinen Wiederkehr automatisch verhindert.

Christliche Gesellschaften haben antisemitische Verfolgungen, Hexenjagden und andere Gewalttaten betrieben. Stimmen von Opfern wurden weiterhin unterdrückt. Die Geschichte verläuft nicht als stetiger Rückgang der Verfolgung, ausgelöst durch die Lektüre der Evangelien.

Gerade dieser Abstand zählt. Einen Text auf der Seite des Opfers zu lesen, ist noch nicht dasselbe, wie sich zu einem bedrohten Menschen zu stellen.

Hier liegt auch ein Teil des Streits um Girard. Zeichnet er andere Traditionen zu einheitlich? Gibt er der christlichen Geschichte eine zu eindeutige Richtung? Was geschieht mit Gegenbeispielen? Diese Fragen lassen sich nicht darauf verkürzen, ob jemand das Christentum mag.

Girard kehrte um 1959 zum katholischen Glauben zurück. Denken und Glaube sind bei ihm nicht sauber voneinander abzutrennen. Zugleich wollte er, dass Texte und Argumente geprüft werden. Man kann ihn als Nichtchrist ernst nehmen, ohne seine Rekonstruktion der Religionsgeschichte für entschieden zu halten.

Dieser Essay teilt die Leser nicht in religiöse Lager ein.

Er hält eine Frage offen: Kann das Gehör für die Geschichte des Opfers eine gemeinsame Gewalt weniger selbstverständlich machen? Girard sucht diese Möglichkeit besonders in zentralen jüdischen und christlichen Erzählungen.

Wer einem vermeintlich gerechten Vorgehen seinen Mechanismus ansieht, schafft Raum für jemanden, der daraus verschwinden sollte.

Nicht länger »die Ursache unseres Unglücks«. Ein Mensch. Einer, dessen Existenz in dieser zugewiesenen Rolle nicht aufgeht.

Girards Weg lässt sich deshalb auch von hinten lesen: erkennen, wie dem anderen der Platz genommen wird, damit es schwerer wird, ihn ihm zu nehmen.

VI. Neben Arendt

Zwei einflussreiche Denkwege des zwanzigsten Jahrhunderts fragen, warum gewöhnliche Menschen an Gewalt teilnehmen. Hannah Arendt verfolgt den einen, Girard den anderen.

Arendt berichtet 1961 vom Eichmann-Prozess in Jerusalem. Eichmann hatte jüdische Deportationen organisiert und am Vernichtungsapparat mitgewirkt. Sie richtet ihre Aufmerksamkeit auf seine Sprachschablonen, den Verweis auf Gehorsam und das Versagen, vom Standpunkt anderer aus zu urteilen. Daraus entsteht die Formel von der Banalität des Bösen.

Sie macht seine Verbrechen nicht gering. Sie beweist weder das Fehlen antisemitischer Überzeugungen noch mangelnde persönliche Verantwortung. Seine Behauptung, er habe nur Befehle ausgeführt, darf nicht einfach zur Beschreibung seines tatsächlichen Handelns werden.

Arendt nimmt uns vielmehr eine beruhigende Vorstellung: Für schreckliche Verbrechen braucht es nicht immer die theatralische Gestalt eines Dämons. Auch der Verzicht auf eigenes Urteil kann Teilnahme ermöglichen.

Girard lenkt den Blick auf die Gründe, mit denen Menschen Verfolgung rechtfertigen. Sie fühlen sich nützlich, verbunden, einer Aufgabe verpflichtet. Sie haben Argumente. Diese Argumente können gerade dazu dienen, den Angriff richtig erscheinen zu lassen.

Gründe zu haben heißt noch nicht, nachgedacht zu haben. Arendt fragt nach dem Aussetzen des Urteils, Girard nach der Einigung einer Gruppe durch ein Opfer. Die Akzente ergänzen sich, ohne identisch zu werden.

Beide verweigern die bequeme Abkürzung: Das waren eben Unmenschen.

Massengewalt kann deutliche Ideologie, entschlossene Organisatoren und äußerlich unauffällige Beteiligte verbinden. Ein Verwaltungsablauf macht Schaden zur Aufgabe, Gruppenzugehörigkeit macht ihn zur Treuepflicht. Das erklärt etwas; es hebt Absicht und Verantwortung nicht auf.

In früheren Essays dieser Folge sind uns verschiedene Möglichkeiten begegnet. Hypatias Mörder können sich im Recht glauben. Bei Levinas wird der Anspruch des anderen nicht von meiner Erklärung ausgeschöpft. Bei Cao Zhi kann jemand die bedrängte Lage des anderen kennen und ihn trotzdem weiter einschränken. Nicht sehen, sich hinter Gründen verbergen, sehen und dennoch handeln: Das sind Unterschiede, die bestehen bleiben müssen.

Arendt und Girard nebeneinanderzustellen bedeutet weder, jede Gedankenlosigkeit zum Verbrechen zu erklären, noch alle Verbrechen auf denselben Ursprung zurückzuführen. Es heißt, Gewohnheit und kollektive Gewissheit nicht vollständig für uns urteilen zu lassen.

Hier lesen wir ihre Arbeiten nebeneinander. Arendt starb 1975. Girards erstes großes Literaturbuch von 1961 und Das Heilige und die Gewalt von 1972 waren da bereits erschienen. Ihre Arbeiten können einander erhellen, ohne ihre Unterschiede aufzuheben.

Von Arendt lässt sich die Forderung aufnehmen, auch dort weiter zu urteilen, wo ein Apparat es überflüssig machen will. Von Girard die Aufmerksamkeit dafür, wie erst unsere Blicke, dann unsere Wut auf einen Menschen zusammenlaufen, bis wir ihn kaum noch sehen.

Nicht mitzumachen verlangt Abstand. Abstand zum eigenen Begehren, zu den Gründen der Gruppe, zur Wärme vollständiger Einigkeit.

Das kostet etwas. Wer mitläuft, gehört dazu. Wer innehält, kann allein stehen.

Aber dieses Alleinsein ist nicht notwendig eine Absage an andere. Manchmal bewahrt es einen Platz für den Menschen, den die eigene Gruppe gerade ausgeschlossen hat.

VII. Eine fünfte Stimme

In dieser Folge haben mehrere Stimmen einander geantwortet.

Kant erinnert daran, einen Menschen nie bloß als Mittel zu behandeln. Levinas setzt uns dem Anspruch des anderen aus. Buber macht das Du wieder hörbar. Bei Cao Zhi begegnen uns Sehnsucht, Trennung und die Grenze des Besitzens.

Vier verschiedene Stimmen, nicht vier Fassungen derselben Lehre. Der Dichter wird damit nicht nachträglich Mitglied einer philosophischen Schule. Diese Reihe stellt sie zusammen, damit die Frage nach dem Leben mit anderen von mehreren Seiten hörbar wird.

Girard bringt eine fünfte Stimme ein. Sie fragt von der Gegenseite: Was bringt uns wiederholt dazu, dem anderen keinen Platz zu lassen? Wie bewegt sich dieser Druck durch eine Gruppe? Wo könnten wir aufhören, ihm zu folgen?

Nur zu sagen »Lass dem anderen Raum« reicht nicht. Wenn die Umgebung das Gegenteil belohnt, ist eine einsame Entscheidung schwer durchzuhalten. Die Kräfte, die dagegenstehen, müssen sichtbar werden.

Nur den Mechanismus zu benennen reicht ebenfalls nicht. Man kann ihn erkennen und sich trotzdem beteiligen. Wissen entscheidet nicht an unserer Stelle.

Die beiden Richtungen gehören zusammen. Eine weist auf ein Ziel, die andere auf das, was uns davon wegzieht. Keine erspart den nächsten Schritt.

Girards spätere Arbeit kommt auf diese Schwierigkeit zurück. Die Enthüllung beendet Gewalt nicht. Sie kann alte Rechtfertigungen erschüttern, ohne schon eine neue Lebensweise hervorzubringen. Nach dem Sehen bleibt das Handeln.

Girard kam 1981 nach Stanford und ging 1995 in den Ruhestand. Er blieb geistig tätig und prägte Studierende. Einer von ihnen war Peter Thiel, der dort Philosophie studierte, später PayPal mitgründete und früh in Facebook investierte. Thiel hat Girards Bedeutung für sein Denken öffentlich hervorgehoben.

Mit dem Übergang ins Geschäftsleben entsteht eine Frage: Verlassen wir den nachahmenden Wettbewerb, um einander weniger zu schaden, oder um eine Stellung zu gewinnen, die uns kaum jemand streitig machen kann? Die Ziele können sich berühren, sind aber nicht dasselbe.

Girard untersucht den Übergang von Rivalität in Gewalt. Thiel kritisiert endlose Konkurrenz ähnlicher Unternehmen und fordert dazu auf, etwas wirklich anderes zu schaffen, aus dem ein dauerhafter Vorteil entsteht.

In Zero to One, zusammen mit Blake Masters geschrieben, meint das kreative Monopol unter anderem besondere Technologie und neuen Wert. Nicht noch härter im überfüllten Feld kämpfen, sondern einen anderen Ansatz finden.

Damit geraten Innovation, Vorteil und der verbleibende Raum für andere in eine gemeinsame Diskussion. Die Diagnose der Nachahmung legt das Ergebnis dieser Diskussion nicht fest.

Ein Leser kann mit Girard seinen Drang zum Gewinnen prüfen. Ein anderer kann mit ihm Konformität in einem Markt erkennen und einen Vorsprung gewinnen. Ob dieses Vorgehen anderen schadet, lässt sich an konkreten Handlungen beurteilen, nicht an der Tatsache, dass jemand einen bestimmten Philosophen gelesen hat.

Auch die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler bestand nicht nur aus Differenzen. Girard gründete Imitatio 2007 gemeinsam mit Thiel und Robert Hamerton-Kelly; 2008 nahm die Initiative ihre Arbeit auf. Denken bewegt sich in Beziehungen, die komplizierter sind als ein schlichtes Für oder Gegen.

Eine Möglichkeit bleibt dennoch bestehen, und sie reicht über Thiel hinaus: Wer einen Mechanismus durchschaut, kann ihn auch geschickter bedienen.

Eine befreiende Einsicht hat keine magische Gewalt über ihre Verwendung. Das anzuerkennen bedeutet nicht, jede Verwendung gleich gut zu finden. Es bedeutet, die Verantwortung dort zu suchen, wo Menschen handeln.

Thiel trifft weiter Entscheidungen. Ihre Folgen dürfen geprüft und kritisiert werden. Einem lebenden Menschen eine offene Zukunft zu lassen, entzieht seine Macht nicht der Kritik. Eine Handlung beurteilen und einen Menschen endgültig definieren sind zweierlei.

Die konkrete Frage lautet: Wessen Raum wird durch diese Einsicht größer, und welche Kosten bleiben anderen? Sie verlangt mehr Genauigkeit als Vermutungen über eine Seele.

Girard starb 2015, einundneunzig Jahre alt. Er hatte etwas sichtbar gemacht. Was jeder Leser daraus machen würde, konnte er nicht festlegen.

Ein Mensch ist nicht bloß ein Mittel. Der andere geht nicht in meiner Deutung auf. Das Du ist kein verfügbares Es. Ich kann mich sehnen, ohne besitzen zu dürfen. Und nun Girards Hinweis: Erkenne den Mechanismus, der den anderen vernichtet, und entscheide dich, nicht mitzumachen.

Fünf Stimmen, keine einheitliche Lehre. In der Lektüre dieser Reihe beleuchten sie eine gemeinsame Richtung.

Von dort kommt ein milder Wind.

VIII. Auf der Brücke

In der Szene, die wir uns vorstellen, trägt Girard einen gewöhnlichen Anzug.

Er wirkt schmal, trägt eine Brille, scheint über achtzig zu sein. Sein Ausdruck ist zurückhaltend, nicht kalt. Er geht langsam. In einer Hand liegt ein Buch, eines seiner eigenen. Er hält es, ohne es vorzuzeigen.

Er erreicht die Mitte der Brücke.

Hypatia ist da, mit dem Astrolabium. Thomas von Aquin steht auf der anderen Seite. Bergson stützt sich auf seinen Stock. Levinas, Buber, Cao Zhi mit seiner Schriftrolle.

Es sind mehr als diese Namen. Generationen haben Menschen hergeführt: solche, die Gleichungen schreiben, Mais beobachten, Gedichte verfassen, Sternkarten lesen. Romanautoren, Zeichner, jemand, der hockend Notizen macht, jemand, der still in die Ferne sieht. Zwei sprechen leise miteinander.

Girard nickt einigen zu.

Arendt steht ein Stück entfernt und erwidert den Gruß. Sie gehen nicht sofort aufeinander zu. Im vorgestellten Blickwechsel erkennen sich zwei verschiedene Fragen, ohne in einer einzigen aufzugehen.

Er sieht Levinas. Zwei Menschen aus demselben Jahrhundert französischen Denkens. Ein kleines Lächeln, ein Lächeln zurück.

Girard findet einen Platz.

Am fernen Ende steht Kant. Heute ist der Umriss seines Gesichts etwas deutlicher als an den vorherigen Abenden.

Neben der Brücke führt die andere Straße weiter. Über ihr dunkler Himmel, ein Blitz.

Menschen gehen dort.

Die am weitesten Entfernten sind nicht mehr zu sehen. Der Mann im Professorentalar, Heidegger, ist weitergegangen. Er schaut nicht mehr zurück.

Girard betrachtet die Straße eine Weile.

Sie erinnert ihn an Beschuldigungen, Hexenjagden, Säuberungen, den Holocaust, an kollektive Gewalt aus verschiedenen Zeiten. Kein einzelner Mechanismus erzählt jede dieser Geschichten vollständig. Doch einem schrecklichen Umschlag ist er lange nachgegangen: Menschen machen gemeinsam aus einem anderen Menschen etwas, das beseitigt werden soll.

Er kennt das Wetter dieser Straße. Den Sturm. Die Gründe, aus denen Menschen diesen Regen für gerecht halten und ihren Marsch für notwendig.

Auch die dort Gehenden haben einmal vor der Brücke gestanden.

Irgendwann gab es für jeden eine Entscheidung. Manche sahen den anderen und gingen auf die Brücke zu. Manche sahen ihn nicht. Manche sahen ihn und wandten sich trotzdem ab.

Die Brücke ist kein geografischer Ort und kein höherer Rang des Menschseins. Sie ist eine vorgestellte Weise, beieinander zu sein: hier und jetzt dem anderen Platz lassen. Wer sie verlässt, bleibt Mensch, verantwortlich für seine Handlungen und weiterhin fähig, die Richtung zu ändern.

Girard weiß, dass seine Bücher die Straße nicht verschwinden ließen.

Er weiß auch, dass einige Menschen durch sie erkennen konnten, was für eine Straße sie vor sich hatten.

Beides stimmt.

Er ist nicht besonders traurig, aber auch nicht beruhigt. Er hat daran gearbeitet, einen Übergang sichtbar zu machen. Für die Menschen, die ihn sehen, kann er nicht gehen.

Er wendet sich um. Hypatias Astrolabium fängt Mondlicht auf.

In der Ferne leben Leser seiner Bücher weiter. Manche fanden durch die Lektüre den Abstand, den sie brauchten, um nicht mitzulaufen. Andere lernten, geschickter zu manövrieren. Nicht jeder Weg lässt sich sofort als Brücke oder Straße einzeichnen; er kann noch zögern, eine weitere Richtung nehmen.

Girard weiß nicht, wo jeder ankommen wird. Zu Lebzeiten wusste er es nicht, und es bleibt ihm unbekannt. Einige seiner Leser sind noch dabei zu entscheiden.

Er überwacht sie nicht. Nicht aus Gleichgültigkeit. An den Wert des Sichtbarmachens zu glauben heißt nicht, über jeden Blick verfügen zu können.

Er geht nicht hinüber, um ihnen einen Satz vorzuschreiben. Ein geschriebenes Buch gerät in andere Hände.

Er wendet sich den Menschen in der Mitte der Brücke zu.

Hypatia sieht das Buch an. Sie spricht Griechisch, er Französisch. Doch manchmal ist ein Werkzeug vor den Wörtern erkennbar. Astrolabium und Buch gehören in verschiedene Jahrhunderte. Beide können weitergeben, was ein Mensch gesehen hat.

Thomas von Aquin kommt näher. In diesem vorgestellten Gespräch sagt er auf Latein etwas über Unterscheidung, darüber, den eigenen Blick zu behalten, wenn alle dasselbe ansehen. Girard hört zu und nickt.

Cao Zhi steht nicht weit entfernt. Französisch und altes Chinesisch bieten keinen leichten Weg zum Gespräch. Trotzdem gibt es ein Erkennen: ein Leben unter Verdacht und Einschränkungen, ein anderes der Macht kollektiver Beschuldigung gewidmet. Verschiedene Leben nähern sich einem Druck von verschiedenen Seiten.

Viele Menschen in der Mitte der Brücke. Mildes Mondlicht.

Der Mann am fernen Ende hat Hypatia angesehen, Thomas, Bergson, Levinas, Buber, Cao Zhi.

Jetzt sieht er Girard an.

Ihre Blicke begegnen sich kurz.

Girard senkt den Kopf nicht und hebt ihn nicht besonders. Er hebt nur ein wenig das Buch.

Keine Vorführung. Eher eine Bestätigung: Ich weiß, dass du dort bist. Das ist, was ich geben kann.

Am Ende der Brücke ein leichtes Nicken.

Girard lässt das Buch wieder sinken.

Er bleibt zwischen den anderen stehen.

Ein Leben lang hat er einen Mechanismus aufgedeckt. Der Mechanismus arbeitet weiter. Doch wenn er arbeitet, kann jemand da sein, der ihn erkennt.

Die Aufgabe hatte kein Ende. Girard wusste, dass er sie nicht abschließen konnte.

Er hat sie trotzdem getan.

Lesehinweise und Quellen

Mimetisches Begehren, Opferursprünge und evangelische Enthüllung sind Girards Theorien und Lesarten, keine erwiesene Universalgeschichte. Hypatias Beschuldigung folgt Sokrates’ Kirchengeschichte VII.15; eine Befriedung nach dem Mord wird nicht abgeleitet.

Chronologie: Stanford-Nachruf. Die Arendt-Lektüre hebt Eichmanns Ideologie oder persönliche Verantwortung nicht auf. Thiels Unternehmensargument folgt dem Buch mit Blake Masters. Imitatios eigene Angaben unterscheiden Gründung 2007 und Beginn 2008; konkrete Verwendungen ersetzen Spekulation über private Absichten.

Brücke, Wege, Wetter und Begegnungen über Jahrhunderte hinweg sind literarisch erfunden, keine Biografie. Vergleiche machen Lehren nicht identisch. Eine offene Zukunft entbindet niemanden von Verantwortung für Handlungen.

Stanford — René Girard obituary and chronology · Imitatio — mimetic theory keywords · René Girard — interview · Socrates Scholasticus — Ecclesiastical History VII.15 · USHMM — Eichmann Trial · Peter Thiel and Blake Masters — Zero to One, publisher · Imitatio — Advisory Board and founding · Imitatio — launch in 2008 · 法政大学出版局 — 欲望の現象学

Eigenständige deutsche Neufassung. Quellen, Zitate und ausführliche Anmerkungen in der chinesisch-englischen Originalausgabe。