Die wirkliche Freisprechung als Legende
Nur wirkliche Freisprechung vernichtet die Akten und stellt den Zustand vor der Anklage her. Titorelli kennt keinen Fall, bloß schöne alte Erzählungen. Ein nie eingelöstes Versprechen ist nützlicher als Ablehnung: Solange Angeklagte daran glauben, schreiben, bitten und warten sie aus eigener Kraft.
Freiheit auf Widerruf
Bei scheinbarer Freisprechung beschaffen Beziehungen eine Entlassung, doch die Akte zirkuliert weiter. Jeder Beamte kann erneut verhaften lassen, worauf derselbe Weg beginnt. Zwischenzeiten sind wirklich frei, besitzen aber kein garantiertes Ende. Jeder Morgen kann wieder mit zwei Wächtern im Zimmer beginnen.
Den Aufschub lebenslang pflegen
Verschleppung hält das Verfahren auf niedrigster Stufe. Besuche, Meldungen und neue Eingaben müssen es fortwährend in Bewegung und vom Urteil fernhalten. Block ist darin erfolgreich: Er bleibt unverurteilt und hat zugleich Geschäft, Geld und Person an die Pflege des Falls verloren.
Ein Verfahren ohne Bedürfnis
Das Gericht verlangt weder Geld noch Geständnis noch Angst. Kanzleien, Akten und Hierarchien laufen einfach weiter. Mit zielgerichteter Macht ließe sich über Bedingungen handeln; ein Verfahren ohne Bedürfnis kennt keinen Tag der Befriedigung. Deshalb bleibt auch K.s Unschuld gleichgültig: Verarbeitet wird Fortsetzung, nicht Wahrheit.