Warten ohne Lüge
Der Türhüter sagt »jetzt nicht«, schließt die offene Tür aber nie und fordert den Mann sogar zum Versuch auf. Geschenke nimmt er nur, damit nichts unversucht scheine. Kein Satz ist falsch, kein sichtbarer Gewalttäter vorhanden. Dennoch stirbt der Mann nach einem Leben auf seinem Schemel.
Eine Frage schafft den Erlaubenden
Sein Fehler ist nicht Feigheit, sondern die Übergabe der Frage, ob er eintreten dürfe. »Jetzt nicht« erzeugt eine Zukunft ohne Datum. Die Tür war allein für ihn bestimmt; niemand besaß ursprüngliche Entscheidungsgewalt darüber. Erst seine Frage verleiht dem Türhüter diese Rolle.
K.s offener Ausgang
K. fragt Wächter, Huld, Leni, Titorelli und Geistlichen nach Freilassung, nie sich selbst nach den Folgen des Ignorierens. Das Gericht hält ihn nicht; es steht da und behauptet einen Fall. Wer glaubt, zum Fortgehen eine Erlaubnis zu benötigen, übereignet die offene Tür einer Instanz, die keine erteilt.
Mithilfe bei der Hinrichtung
Am Vorabend seines Geburtstags folgt K. zwei Herren und weist unterwegs selbst die Richtung zum Steinbruch. Sie reichen höflich das Messer hin und her; er fühlt sogar die Pflicht, es selbst zu nehmen. Ohne je den Vorwurf zu kennen, stirbt er »wie ein Hund«. Die Scham gehört nicht seiner Tat, sondern einer Welt, die ihn ohne Erklärung entsorgt.