Die letzte verlangte Innerlichkeit
Der Geistliche verlangt Reue, Gott und Jenseits. Meursault gerät zum einzigen Mal in Wut. Nach Maries Liebe, dem Ehrgeiz des Chefs und der Seele des Gerichts soll er nochmals etwas empfinden, das er nicht findet. Nun würde diese Geschichte seine letzten sicheren Tage besetzen.
Die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt
Unter Sternen und Nachtgeruch denkt Meursault an die Mutter und versteht ihren späten Neubeginn. Sich der Gleichgültigkeit zu öffnen heißt nicht, vom Kosmos anerkannt zu werden. Meer, Licht und Erde brauchten nie Erlaubnis. Er nimmt sein darin glückliches Leben ohne zusätzliche Erklärung an.
Die Leerstelle des Titels
Der erste Teil lässt Leser in Meursaults Sinnen wohnen; der zweite benennt denselben Kaffee und dieselbe Komödie als Unmenschlichkeit. Dadurch verliert das Gericht sein selbstverständliches Recht, das Innere zu definieren. Ist Meursault der Fremde der Gemeinschaft oder diese Gemeinschaft fremd gegenüber seiner Erfahrung? Der Titel weist keine Seite zu.
Kein Held
Meursault stirbt nicht heroisch für Wahrhaftigkeit. Er fürchtet den Tod, denkt an Flucht, Zigaretten und Frauen und hat einen Menschen getötet. Der namenlose Araber markiert zudem den kolonialen blinden Fleck des Romans. Beides bleibt neben der kleinen Weigerung stehen, nicht empfundenes Gefühl zu behaupten.