Wir beantworten Nachrichten, fahren zur Arbeit und erledigen Aufgaben – und haben abends dennoch das Gefühl, an diesem Tag kaum vorgekommen zu sein. Wachheit hält uns reaktionsfähig; Gegenwart verlangt mehr.

Gegenwärtig zu sein bedeutet nicht, jeden Atemzug zu beobachten. Es bedeutet, im entscheidenden Moment zu unserer Handlung zurückkehren und sie neu ausrichten zu können.

Automatismen sind dabei keine Feinde. Ohne sie würde der Alltag unsere ganze Aufmerksamkeit verbrauchen. Gefährlich werden sie erst, wenn veränderte Umstände sie nicht mehr erreichen.

Manchmal genügt eine kurze Frage: Was tut mein Körper, wem begegne ich, welchem Zweck folgt das gerade? Aufmerksamkeit ist weniger Dauerbeleuchtung als Rückkehrvermögen.

Wir müssen uns nicht an jede Minute erinnern. Aber wo etwas zählt, sollten wir die Richtung noch übernehmen können.