Non DubitoEssays in the Self-as-an-End Tradition
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Geschichten und Strukturen · 19 Essays · 07 / 19

Gilgamesch — Warum ins Leben zurückkehren, nachdem man den Tod erkannt hat?

Die Reise löst den Tod nicht; sie verlegt die Antwort von der Ewigkeit in eine endliche Stadt.

Die Szene

Nach Enkidus Tod sucht Gilgamesch Unsterblichkeit am Rand der Welt. Selbst die Pflanze der Verjüngung verliert er und kehrt ohne Trophäe zu den Mauern Uruks zurück.

Eine andere Lesart

Die Rückkehr ist keine leichte Einsicht, nach der Furcht verschwindet. Der Verlust bleibt. Doch die auf endloses Leben gerichtete Kraft wendet sich wieder einer gegenwärtigen Welt zu, die gebaut, zerstört und weitergegeben wird.

Die offene Frage

Macht Sterblichkeit alles bedeutungslos, oder macht sie Arbeit und Beziehung dringlich? Die Mauern sind nicht unsterblich, geben der Rückkehr ins Leben aber eine bewohnbare Form.

Eigenständige deutsche Neufassung der chinesisch-englischen Lesarten. Die Überlieferungen werden nicht zu einer Lehre vereinheitlicht; jede Szene behält ihre eigene offene Frage.