Den eigenen Wunsch wahrzunehmen kann befreiend sein, besonders für Menschen, die lange nichts für sich wünschen durften.

Wird der Wunsch sofort zum Befehl, verschwinden andere Stimmen. Der Impuls von heute und das Versprechen, das nächstes Jahr noch gelten soll, gehören zum selben Leben.

Frag genauer, was gesucht wird: der Gegenstand selbst, Ruhe, Anerkennung oder ein Ausweg? Je nach Antwort gibt es andere Handlungen.

Zwischen „Ich darf das nicht fühlen“ und „Ich muss gehorchen“ liegt viel Raum. Dort wird der Wunsch ein Teilnehmer am Urteil, weder Herr noch Feind.

Eine Entscheidung aufzuschieben kann einen Wunsch ernst nehmen. Ist er in einer Woche noch da, lässt sich sein Anliegen anders erfüllen? Zeit trennt nicht das Echte vom Falschen, wohl aber momentane Intensität von einer Richtung, die wir tragen wollen.