Auf „Mir ist langweilig“ folgt schnell ein Bildschirm, ein Kurs oder ein Spielvorschlag. Entsteht die Leere aus Einsamkeit oder fehlender Zuwendung, braucht sie eine Antwort. Doch nicht jeder freie Raum ist ein Mangel.

Ungeplante Zeit beginnt oft mit Klagen und scheinbarem Nichts. Später wird eine Kiste zum Haus, ein altes Buch geöffnet oder ein Nachbar gerufen. Eigeninitiative hat eine Wartezeit.

Bekommt jede Stunde einen äußeren Zweck, wird das Kind gut im Erfüllen von Programmen. Den ersten Schritt – selbst etwas anzufangen – übt es kaum.

Freiraum braucht Sicherheit, Ruhe, einfache Materialien und manchmal einen gemeinsamen Anfang. Nur ein Gerät wegzunehmen und eine leere Umgebung zu hinterlassen, ist keine kreative Freiheit.

Nicht jeder Nachmittag bringt ein Ergebnis. Wertvoll ist auch, eine Zeit zu übernehmen, deren Zweck nicht schon von jemand anderem festgelegt war.