Schuhe binden, rechnen, kochen oder Bus fahren kann man zeigen und üben. Erwachsene sollten ihr Wissen nicht zurückhalten: Solche Fähigkeiten vergrößern den Bereich, in dem ein Kind selbst handeln kann.
Was einmal das Zentrum eines Lebens sein soll, lässt sich nicht auf dieselbe Weise übertragen. Eine gelernte Werteliste sagt noch nicht, ob das Kind diese Werte in seiner eigenen Erfahrung erkennt, ordnet und verantwortet.
Manches wird vor allem beobachtet. Wie verhält sich ein Erwachsener, wenn er falschliegt? Wie spricht er mit jemandem, von dem er nichts braucht? Wiederholtes Handeln widerlegt leicht jede Unterrichtsstunde über Respekt.
Offenheit heißt nicht, ein Kind ohne Material stehen zu lassen. Zum Wählen braucht es Sprache, Können, Beispiele, Sicherheit und Versuche. Eltern schaffen diese Bedingungen, ohne das Ergebnis vorwegzunehmen.
Erwachsenwerden kann niemand für einen anderen fertigstellen. Erziehung rüstet für die Begegnung mit der Welt und lässt genug Raum, damit das Kind selbst weiterschreiben kann.