Tasche prüfen, Aufenthaltsort bestimmen, Zeiten verwalten: Bei einem kleinen Kind kann all das sinnvoll sein. Schwierig wird es, wenn die vertrauten Mittel weiterlaufen, nachdem ihr Anlass geschwunden ist.

Eltern sagen, es sei immer so gewesen; Jugendliche antworten, sie seien nicht mehr dieselben. Der Konflikt ist nicht bloß eine Frage des Temperaments. Oft ist die Machtverteilung hinter dem Wachstum zurückgeblieben.

Mit Sicherheit lässt sich fast jeder Eingriff verlängern, solange niemand das Risiko genau benennt. Doch vollständige Absicherung nimmt auch die Erfahrung, zu wählen, zu scheitern, Hilfe zu suchen und etwas zu reparieren.

Regeln brauchen deshalb regelmäßige Fragen: Was weiß nur der Erwachsene? Was kann das Kind bereits? Welcher Fehler bleibt verkraftbar? Ändern sich die Antworten, muss sich die Regel ändern.

Fürsorge wird nicht schwächer, sondern anders. Überwachung wird zu Erreichbarkeit, Befehl zu Rat, stellvertretendes Handeln zu einer Bereitschaft, falls Unterstützung erbeten wird.