Non DubitoEssays in the Self-as-an-End Tradition
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SAE · Plato's Republic · Deutsche Neufassung
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Außerhalb der Höhle – oder in einer anderen?

Han Qin (秦汉)

Bildung als Umwendung

Das Höhlengleichnis steht nicht als isolierte Skepsisgeschichte im Staat. Es gehört zur Ausbildung der künftigen Herrschenden. Die Gefangenen kennen nur Schatten; einer wird gelöst, umgedreht und gegen seinen Widerstand ins Licht gebracht. Bildung, erklärt Sokrates, setzt kein Sehen in blinde Augen. Die Fähigkeit ist schon da, doch die ganze Seele muss sich wenden.

Hier berührt sich Platon mit SAE. Lernen gelingt nicht durch das Einfüllen von Antworten, sondern durch eine Veränderung auf der Seite des Lernenden. Bei Platon ist die Wendung allerdings gerichtet: Außerhalb warten die Dinge selbst und zuletzt die Sonne.

Der Ausgang als neuer Schnitt

SAE versteht Erkennen als Unterscheidung. Jeder Schnitt gewinnt etwas Wirkliches und lässt zugleich einen ungesammelten Rest. Die alte Höhle zu verlassen ist daher ein echter Fortschritt. Aber die Unterscheidung zwischen innen und außen zeichnet schon die Wand einer neuen Höhle. Man steht außerhalb der alten und innerhalb einer neuen Begrenzung.

Das entwertet Wissen nicht. Wer ein Handwerk lernt, kann danach tatsächlich mehr. Mit wachsender Fähigkeit werden jedoch auch Gebiete sichtbar, von deren Fehlen man vorher nichts wusste. SAE bestreitet nicht den Erwerb, sondern die messbare Annäherung an einen unbeweglichen Endpunkt.

Wer steht ohne Zugkraft auf?

Platon kann zurückfragen: Wenn kein Gutes die Seele anzieht und der Rest keinen Befehl erteilt, warum erhebt sich der Gefangene überhaupt? „Kontingente Initiative“ sagt, wessen Handlung es ist, aber noch nicht, warum sie beginnt.

Platon lässt seinerseits eine Reserve. Ob seine Deutung der Höhle wahr sei, wisse nur ein Gott, sagt Sokrates. Das berühmteste Bild des Ausgangs enthält damit eine Zone, die sein Urheber nicht selbst ausleuchtet. Gemeinsam ist beiden Positionen weniger ein letzter Ausgang als die Weigerung, den gegenwärtigen Blick für das Ganze zu halten.