In fast jedem Team gibt es jemanden, der Krisen beruhigt, verschwundene Informationen findet und liegen gelassene Aufgaben beendet. Andere wenden sich gern an diese Person, die oft ehrlich Freude an ihrer Nützlichkeit hat.
Dann zieht Verlässlichkeit immer mehr Unordnung an. Unklare, dringende und unsichtbare Arbeit landet an derselben Stelle. Weil die Rettung gelingt, muss niemand Ursachen ändern oder weitere Menschen befähigen.
Das Können wird zur Strafe. Ein Nein bedroht das Bild der starken Person; eine Bitte um Hilfe scheint der eigenen Erfolgsgeschichte zu widersprechen. Freiwilliges Helfen wird zur dauernden Rettungspflicht.
Führung muss diese Einsätze zählen, verteilen und wiederkehrende Auslöser bearbeiten. Anerkannt werden sollten auch Prävention, Dokumentation und Lehre, nicht nur der sichtbare Held im letzten Moment.
Verlässlichkeit sollte mehr Vertrauen und Wahlraum schaffen, nicht Grenzen auflösen. Ein belastbares Team erlaubt seinem besten Problemlöser, sich auszuruhen und nicht der einzige Weg zu sein, über den alles laufen muss.