Eine robuste Organisation muss den Weggang jedes Einzelnen überstehen. Dokumentation, Übergabe und verteiltes Wissen verhindern Stillstand. In diesem Sinn sollte jede Stelle neu besetzt werden können.
Leicht wird daraus die Behauptung, Menschen seien gleichförmige Exemplare. Zwei Personen erfüllen dieselbe Aufgabe und bringen doch andere Beziehungen, Erinnerungen, Urteile und Möglichkeiten mit.
Der Satz „Niemand ist unersetzlich“ kann Heldenkult korrigieren. Als Drohung löscht er Beiträge aus: Geh ruhig, jeder andere könnte dasselbe. So schützt die Organisation ihr Selbstbild, indem sie jeden Verlust leugnet.
Einzigartigkeit anzuerkennen muss keine Abhängigkeit schaffen. Wissen kann übertragen und Macht verteilt werden, während präzise benannt wird, was diese Person ermöglicht hat und was sich nach ihr verändern wird.
Die Stelle gehört der Organisation, der Mensch nicht. Die Funktion darf fortbestehen; die hinterlassene Geschichte ist trotzdem kein beliebig austauschbares Teil. So werden Übergabe und Dankbarkeit gleichzeitig möglich.