Die ersten Sätze werden oft als drei Mahnungen gelernt: studiere, pflege Freunde, suche keinen Ruhm. Im Text steht dreimal eine Frage. Gelerntes zu gegebener Zeit zu üben — ist das nicht Freude? Ein Freund aus der Ferne — ist das nicht schön? Unerkannt zu bleiben, ohne zu grollen — ist das nicht die Haltung eines gebildeten Menschen?
Die Frage zwingt kein Ja. War Lernen wirklich erfreulich? Ist jeder Besuch eines Freundes beglückend? Kann ich fehlende Anerkennung ohne Zorn tragen? Das Buch ersetzt diese Erfahrungen nicht durch eine Musterlösung.
Lernen, Beziehung und Anerkennung eröffnen das ganze Werk. Werden die Sätze zu Befehlen, genügt richtige Wiederholung. Bleiben sie Fragen, wird das Leben des Lesers zur Antwort, die der Meister ihm nicht vorwegnehmen kann.
Eigenständige deutsche Neufassung auf Grundlage der chinesischen und englischen Edition. Die ausführliche Argumentation steht in der Forschungsedition am Ende der Reihe.