Non Dubito · Ergänzung zur Theorie der Rechte
Wofür musst du einstehen?
Eine Anweisung, eine übernommene Stelle, eine Übergabe und schließlich der Abschied. Drei Essays fragen, wie eine Anforderung bei einem Menschen ankommt, warum sie dadurch noch nicht gerechtfertigt ist und was mit dem Ende einer Tätigkeit tatsächlich endet.
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Wer sagt eigentlich: Das ist deine Aufgabe?
Eine Liste muss bis Monatsende fertig sein. Auf Nachfragen heißt es: Das war schon immer so. Vielleicht bist du mit der Regelung nicht einverstanden und steckst trotzdem in ihr. Bevor du dich fragst, ob du verantwortungsbewusst genug bist, lohnt eine andere Frage: Wie ist diese Anforderung überhaupt bei dir gelandet?
Essay lesen →02
Eine Verpflichtung ist noch keine Rechtfertigung
Darf ein Unternehmen dich jederzeit zurückrufen, weil es dein Gehalt zahlt? Darf es bei einem Fehler irgendjemanden zur Rechenschaft ziehen, weil Menschen für das Unternehmen handeln? Eine Anforderung kann wirklich auf einem Menschen liegen und trotzdem der Nachfrage bedürfen.
Essay lesen →03
Was ist nach dem Abschied wirklich vorbei?
Eine Kündigung radiert die Vergangenheit nicht aus. Eine Übergabe lädt nicht einfach fremde Altlasten ab. Eine Stelle, mehrere Anforderungen mit je eigener Laufzeit und ein heranwachsendes Kind helfen, genauer über das Ende zu sprechen.
Essay lesen →Die ursprünglichen sieben Essays über Rechte behalten ihren eigenen Leseweg und ihre Sprachfassungen. Diese drei ergänzenden Texte unterscheiden genauer zwischen einer Anforderung, die an eine bestimmte Stellung geknüpft ist, dem, was jemand selbst auf sich nimmt, der Möglichkeit, dass seine Stellung durch eine Entscheidung verändert wird, und der tatsächlichen Erfüllung. Eine wirksame Anforderung ist damit noch kein moralisch berechtigtes Gebot. Und das Ende einer Tätigkeit beantwortet nicht schon alle Fragen zu ihrer Vergangenheit.
Quelle und Geltungsbereich
Diese drei Leseressays gehen auf On Accountability · Wei zurück; sie übersetzen nicht nacheinander die sechsundzwanzig Thesen der Abhandlung. Die Szenen aus dem Arbeitsleben und mit dem heranwachsenden Kind sind erfundene Beispiele. Der Ausgangstext unterscheidet accountability, liability und duty in einem ausdrücklich begrenzten Sinn. Damit werden weder sämtliche alltäglichen Bedeutungen noch die rechtlichen Verwendungen dieser Wörter neu festgelegt. Eine Einordnung rechtfertigt keine Anforderung und beendet auch keinen tatsächlich ausgeübten Zwang. Die Essays entscheiden nicht über konkrete Arbeitsverhältnisse, fortgeltende Vertraulichkeitsvereinbarungen, Rechtsbehelfe oder die gesetzlichen Verantwortlichkeiten Minderjähriger. Die deutsche Fassung ist auf Grundlage der chinesischen Essays eigenständig geschrieben.