Jenseits der höchsten Kriegskunst
Fünf Arten, eine Kollision zu bearbeiten
Sunzi stellt den Angriff auf Pläne über den Angriff auf Menschen und Städte. Diese Verschiebung von Gewalt zu Urteil ist bedeutend, aber nicht das Ende. Darüber liegen die offene Disputation, die beide Seiten zur Offenlegung zwingt, die Prüfung des eigenen Denkens, der Rückzug aus einem falschen Konfliktfeld und schließlich eine Lage, in der Waffen als Kategorie bedeutungslos werden.
Das sind nicht fünf militärische Techniken. Mit jedem Schritt nimmt der Angriff weniger, Kultivierung mehr Raum ein. Auch das Gegenüber verändert sich: vom zu behandelnden Objekt zum Spiegel der Selbstprüfung, zum Mitglied eines Feldes, das man verlassen kann, und schließlich zum Partner wechselseitiger Vertiefung.
Am Ende verschwindet nicht jede Kollision. Reibung zwischen wirklichen Subjekten gehört zur Entwicklung. Verschwinden soll die unnötige Kollision; wer auch produktiven Widerspruch abschafft, erzeugt Selbstabschließung statt Kultivierung.
Krieg liegt außerhalb der Stufen
Krieg ist keine ehrenvolle sechste Stufe. Er liegt außerhalb der Folge und wird nur aufgerufen, wenn alle fünf Wege verschlossen sind und das Weiterbestehen als Subjekt selbst bedroht ist. Er soll die Möglichkeit zum Aufstieg wiederherstellen, nicht den Aufstieg ersetzen.
Daraus ergibt sich eine Asymmetrie des Ursprungs. Ein System, das sich durch Expansion erhält, muss auch die eigenen Menschen zu Ausführungseinheiten mobilisieren. Eine Gemeinschaft, die Personen als Zwecke behandelt, hat keinen inneren Zwang, sich durch die Unterdrückung anderer auszudehnen.
Die eigene Gefahr des Verteidigers
Doch die Verteidigung trägt ein eigenes Risiko. Zentraler Befehl, Mobilisierung und Disziplin ähneln den Apparaten des Angreifers. Wird der Verteidiger im Widerstand zur gleichen Maschine, ersetzt ein militärischer Sieg nur eine Unterdrückungsstruktur durch eine andere.