Die Verantwortung liegt beim Wählenden
Die letzte Erzählung
Der gefallene und zurückgekehrte Er berichtet, wie Seelen ihre künftigen Leben wählen. Das Los bestimmt nur die Reihenfolge. „Die Verantwortung liegt beim Wählenden; der Gott ist schuldlos.“ Der erste Wählende, aus dem Himmel und ohne Erfahrung des Leidens, greift nach einer großen Tyrannis und bemerkt zu spät, dass sie den Verzehr der eigenen Kinder enthält.
Jedes Leben liegt als fertiges Paket vor. Nach der Wahl befestigen die Moiren es, dann trinken die Seelen aus dem Fluss des Vergessens. Odysseus kommt zuletzt und sucht geduldig das unbeachtete Leben eines Privatmannes. Auch als Erster hätte er dasselbe gewählt.
Wahl ohne Katalog
SAE übernimmt die Verantwortung, die sich nicht auf Gott, Stadt, Eltern oder Schicksal verschieben lässt. Es bestreitet jedoch das vollständige Menü. Jede Entscheidung gewinnt etwas und hinterlässt einen Rest; daraus erscheinen Möglichkeiten, die vorher nicht zur Auswahl standen. Ein gelebtes Leben entfernt sich schnell von den Zeilen eines Jugendformulars.
Auch gibt es keinen letzten Schnitt. Revidierbarkeit tröstet nicht nur: Mit jeder Gelegenheit zum Fortsetzen oder Stoppen kehrt Verantwortung zurück. Der Fluss des Vergessens ist alltäglich, wenn Folgen bleiben, Gründe verschwinden und eine spätere Erzählung Glätte erzeugt.
Wovon immer einen Schritt entfernt?
SAE nennt das Subjekt stets einen Schritt unvollständig. Platon kann fragen: gemessen woran? Abstand verlangt ein Ziel. Ohne ideale Gestalt scheint die Formel ein Lineal zu benutzen, dessen Existenz sie bestreitet.
Gemeint sein kann strukturelle Unabgeschlossenheit: Keine Unterscheidung erschöpft ihren Gegenstand. Platon vergleicht die Seele mit dem Meergott Glaukos, dessen wahre Gestalt unter Muscheln liegen könnte. SAE würde die Ablagerungen nicht bloß als Schmutz behandeln; sie gehören zur Geschichte dieser Person. Odysseus zeigt zuletzt eine menschliche Form der Klugheit: nicht Freiheit von jeder Bindung, sondern die nach langer Irrfahrt gelernte Heimkehr.