Warum »Erste Kritik«?
Gleicher Name, anderer Gegenstand
Kants erste Kritik untersucht Bedingungen und Grenzen möglicher Erkenntnis. SAE übernimmt den Vorrang der Grenzprüfung, nicht dasselbe Verfahren mit demselben Angeklagten. Geprüft wird, welchen Rang SAE den eigenen Aussagen zuschreibt: Axiom, Postulat, lokales Resultat oder vermeintliche Notwendigkeit.
»Erste« bezeichnet eine Arbeitsordnung. Ehe SAE andere Philosophien beurteilt, muss sie ihre Werkzeuge, Geltungsübertragungen und den möglichen Kurzschluss von Entstehung zu Rechtfertigung prüfen.
Vom Gebiet zur Zuständigkeit
Kant kartiert den Bereich möglicher Erfahrung und diagnostiziert Überschreitungen der Vernunft. SAE verwandelt die Karte in Adressen einzelner Behauptungen: Für welchen Gegenstand, auf welcher Ebene, in welchem Zweig und unter welchem Postulat gilt dieser Satz?
Das Ding an sich wird so zu einem pluralen, gegenstandsbezogenen Grenznamen. Die Grenze eines Subjekts und die eines Tisches sind nicht dieselbe verborgene Substanz, sondern markieren verschiedene Stellen, an denen unterschiedliche Erkenntnisoperationen nicht weiterreichen.
Erben ohne Einverleibung
Würde SAE behaupten, Kant einfach überwunden zu haben, erzeugte sie jene Illusion, die sie prüfen will. Sie erbt die Disziplin der Begrenzung, nicht das Recht, Kant zur Vorstufe der eigenen Theorie zu erklären.
Auch 13DD–16DD bilden nicht automatisch das einzige fertige Menschenbild: 13DD bezeichnet das Selbstsubjekt, 14DD das Subjekt als Zweck, 15DD das selbstgesetzgebende Subjekt und 16DD gegenseitige Anerkennung. Eine begründbare Reihenfolge ist noch keine Monopolstellung.