Kinder großzuziehen kostet Schlaf, Geld, Zeit und berufliche Chancen. Diese Last muss nicht geleugnet werden, und Hilfe darf Anerkennung erfahren.

Doch das Kind hat vor seiner Geburt keinen Vertrag geschlossen. „Nach allem, was ich getan habe“ darf nicht zur Währung werden, mit der Ausbildung, Partnerschaft, Wohnort und Zukunft gekauft werden.

Konkrete Pflichten sind verhandelbar: Hausarbeit, geliehenes Geld, Unterstützung kranker Angehöriger im möglichen Maß. Sie haben Inhalt und Grenze und verpfänden nicht die ganze Person.

Außerdem ist zu fragen, welche Last aus erwachsenen Entscheidungen und welcher Teil aus fehlender gesellschaftlicher Hilfe entstand. Beides darf nicht vollständig der nächsten Generation berechnet werden.

Die tiefste Antwort auf empfangene Fürsorge ist nicht Kopie. Sie besteht darin, dass ein Kind daraus Kraft gewinnt und sie später vielleicht freiwillig für andere einsetzt.