Nicht gelerntes Instrument, abgebrochenes Studium, unerreichbarer Beruf: Eltern möchten ihrem Kind geben, was ihnen fehlte. Daraus können wertvolle Möglichkeiten entstehen.
Belastend wird es, wenn der Erfolg des Kindes die Geschichte der Erwachsenen retten soll. Aufhören bedeutet dann, nicht nur eine Tätigkeit, sondern Opfer und Hoffnung der Eltern zu entwerten.
Dieselbe Chance hat für zwei Menschen verschiedene Bedeutungen. Was den Erwachsenen befreit hätte, kann das Kind einengen. Vergangener Schmerz begründet ein Angebot, keinen Befehl.
Eltern können in der Ich-Form sprechen: „Ich bedaure, dass ich das nicht konnte, deshalb möchte ich es dir ermöglichen. Ob du bleibst, müssen wir gemeinsam prüfen.“
Reue wird zur Ressource, wenn sie Wahlmöglichkeiten vermehrt. Sie wird zur Last, wenn das Kind ein fremdes unvollendetes Leben abschließen soll.