„So ein Mensch bin ich“ kann beruhigen. Namen für Temperament, Beruf oder Generation ordnen Erfahrung und schaffen Gemeinschaft.

Doch ein Etikett wird zum Befehl, wenn es unversuchte Möglichkeiten schließt: „Ich bin introvertiert“, „Ich bin eben nicht kreativ.“

Sich zu kennen heißt nicht, einen unveränderlichen Kern zu finden. Es heißt zu beobachten, was wir schützen, nicht übersehen können und an welchen Fehlern wir arbeiten wollen.

Auch fremd gegebene Namen dürfen bleiben, solange sie revidierbar sind. Im richtigen Maß sind sie Karten statt Käfige.

Selbstverständnis zeigt sich in seiner Aktualisierbarkeit: heute treffend sprechen, ohne das morgige Leben auf den heutigen Satz zu reduzieren.