Jedes Wissen öffnet ein weiteres Gebiet. Wenn das Ziel nur „mehr“ lautet, macht selbst ein Erfolg sofort den nächsten Mangel sichtbar.

Neugier kann so zu einer endlosen Prüfung werden. Ungelesene Bücher, unbekannte Programme und unvollkommene Sprachkenntnisse wirken plötzlich wie persönliche Defizite.

Doch kein Leben kann alles beherrschen. Zu entscheiden, was man vertieft, wo man Hilfe braucht und was man nicht lernen muss, gehört selbst zur Reife.

Ein konkretes Vorhaben verleiht Unwissen unterschiedliches Gewicht. Zugleich darf Raum für eine Neugier bleiben, die ihren Nutzen nicht sofort beweisen muss.

Ein reifer Lernender kann sagen: Das muss ich verstehen, jenes will ich erkunden, anderes darf warten. Lernen verbindet Können mit Richtung; es vollendet keinen allmächtigen Menschen.