Die Frucht sehen, die Wurzel nicht vergessen
Mutter und Kinder
Die Welt hat einen Anfang, der ihre Mutter genannt werden kann. Hat man die Mutter gefunden, kann man die Kinder erkennen; kennt man die Kinder, kehrt man zurück und bewahrt die Mutter. Ursachen und Ergebnisse sind keine Einbahnstraße. Der Grund erklärt die Erscheinungen, doch die Erscheinungen prüfen und vertiefen das Verständnis des Grundes.
Wer nur Ergebnissen, Kennzahlen, Trends und neuen Gelegenheiten nachläuft, sieht viele Kinder und verliert ihre Verwandtschaft. Dann wird jede Veränderung zum neuen Befehl. Rückkehr zur Mutter bedeutet, die tragenden Bedürfnisse und Strukturen wiederzufinden, aus denen verschiedene sichtbare Formen entstehen. So bleibt man auch durch wechselnde Ergebnisse ungefährdet.
Öffnungen schließen, Helligkeit zurückgeben
Die Öffnungen verstopfen und die Türen schließen heißt nicht, Wahrnehmung und Weltkontakt abzubrechen. Es begrenzt den zwanghaften Abfluss der Aufmerksamkeit nach außen. Wer jede Öffnung erweitert und jede auftauchende Angelegenheit weiter antreibt, findet keinen Abschluss; die ständig erregte Oberfläche verzehrt den Grund.
Beständigkeit sehen heißt Helligkeit, Weichheit bewahren heißt Stärke. Wer das Licht der Erkenntnis gebraucht, soll es in die innere Helligkeit zurückführen, statt daraus ein blendendes Selbstbild zu machen. Laozi nennt dies die Beständigkeit weitertragen: Wissen nach außen anwenden und dennoch zur Quelle zurückkehren. Nicht weniger Welt ist das Ziel, sondern ein Weltkontakt, der die Wurzel nicht gegen seine Früchte eintauscht.