Non Dubito
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NON DUBITO · Kalligrafie · Chinesische Kalligrafie

Die Cao-Quan-Stele: Was gibt einem weit ausgreifenden Strich Halt?

Auf derselben Doppelseite tragen sowohl 孝 („kindliche Pietät“) als auch 季 („jüngster“) unten den Bestandteil 子 („Kind“).

In diesem Essay

Auf derselben Doppelseite tragen sowohl 孝 („kindliche Pietät“) als auch 季 („jüngster“) unten den Bestandteil 子 („Kind“). Bei 孝, ganz oben in der mittleren Spalte der linken Seite, breitet sich der obere Teil waagerecht aus; das darunterliegende 子 bleibt kurz. Bei 季, dem vierten Zeichen der äußersten linken Spalte, sinkt der untere Teil dagegen herab, wendet sich nach links und beschreibt einen langen Bogen. Ähnliche untere Bestandteile ergeben verschiedene Gestalten: die eine niedrig und breit, die andere verwandelt Breite in eine Bewegung nach unten. Das gemeinsame 子 ist hier ein grafischer Bestandteil, keine gemeinsame Wortbedeutung.

Auch die Nachbarn sind wichtig. Unter 孝 steht 之, hier ein grammatisches Verbindungswort, dessen Strich nach rechts unten ausgreift; darunter verengen die senkrechten Striche von 性 („Wesensart“) die Gestalt. Über 季 steht 養 („ernähren, versorgen“) mit übereinandergelagerten Waagerechten, darunter 祖 („Vorfahre“). Die ähnlichen Bestandteile führen ihre beiden Haltungen nicht allein vor. Sie lassen auch unterschiedliche Abstände zu den benachbarten Zeichen sichtbar werden.

Doppelseite des Ming-Abzugs der Cao-Quan-Stele; links 孝 und 季, rechts benachbarte Spalten einschließlich 好學
Abb. 1. Eine Doppelseite des frühen Abzugs nach der Ausgrabung in der Ming-Zeit, heute im Palastmuseum. Links lautet die mittlere Spalte von oben nach unten 孝之性根生於, die äußerste linke 心收養季祖母. Zusammen betreffen sie die im Herzen verwurzelte Pietät und die Versorgung einer älteren Verwandten. Beim vierten Zeichen der letztgenannten Spalte, 季, ist der obere Bestandteil 禾 („Getreide“). Nach dem Erkennen einer ähnlichen Kontur müssen Striche und Satz erneut geprüft werden. Offizielle hochauflösende AnsichtBilder auf der Werkseite des Museums ansehen ↗

„孝之性,根生于心,收养季祖母“ besagt: Seine pietätvolle Wesensart wurzelte im Herzen; er nahm die als 季祖母 bezeichnete ältere Verwandte in seine Obhut und versorgte sie. Beide betrachteten Zeichen besitzen unten das Gerüst 子. Im Gegensatz zwischen hellen Schriftvertiefungen und dunkler Abreibtusche fällt ihre ähnliche Gliederung leicht zuerst auf. Der lange Bogen gehört jedoch zur konkreten Ausführung von 季.

Betrachten wir beide Spalten zusammen: 之 führt seinen langen Strich nach rechts unten, während der untere Bogen von 季 nach links zurückkehrt. Die langen Striche fliegen nicht alle in dieselbe Richtung. Einer greift schräg aus, ein anderer sinkt herab und schwingt zurück. Auf derselben Doppelseite eröffnen verwandte Bestandteile und ihre Nachbarzeichen unterschiedliche Wege. Die Weite der Cao-Quan-Stele liegt gerade in diesen Unterschieden von Richtung, Entfaltung und Rücknahme.

Zunächst unterscheiden: Han-Stein oder ein Album aus der Ming-Zeit?

Die ursprüngliche Stele wurde im zehnten Monat des zweiten Jahres Zhongping der Östlichen Han-Dynastie, 185 n. Chr., errichtet. Sie schildert Herkunft und Amtsleistungen Cao Quans, des Magistrats von Heyang (郃陽), und befindet sich heute im Stelenwald von Xi’an. Betrachtet wird hier ein anderes materielles Objekt: der im Palastmuseum Peking verwahrte Abzug 新00045355, kurz nach der Ausgrabung in der Ming-Zeit und vor dem Bruch des Steins angefertigt. Die abgeriebenen Papierstreifen wurden zu einem Album montiert, das später Wang Hongzhuan gehörte. Errichtung des Steins, Herstellung des Abzugs, Montierung und Fotografie haben verschiedene Daten. Sammlungsbeschreibung des Palastmuseums

Die Zeichen sind hell, ihr Grund schwarz. Dies ist kein Manuskript, das Cao Quan oder ein Schreiber mit weißer Tusche auf schwarzem Papier verfasst hätte. Der Abzug übersetzt die vertieften Zeichen und die umgebende Steinoberfläche in diesen Hell-Dunkel-Gegensatz. Papier, Tusche, Stein und Meißel vermitteln gemeinsam einen Zugang zur einstigen Schrift. Dicke, Biegung und Öffnung lassen sich untersuchen, ohne jedes kleine Ausbrechen auf dem Papier für einen trockenen Pinselstrich zu halten.

Jede Abbildung zeigt eine ganze Doppelseite mit je drei Schriftspalten pro Hälfte. Gelesen wird innerhalb der Spalten von oben nach unten, die Spaltenfolge verläuft von rechts nach links. Sichtbare Fugen, Streifenränder und der Abstand der Seiten gehören zur späteren Montierung. Nachbarn im Album müssen daher nicht Nachbarn in den ursprünglichen langen Steinzeilen gewesen sein. Auch der Wechsel nach jeweils sechs Zeichen ist kein Beleg für eine absichtliche Pause des Han-Schreibers. Die Zeichen werden an diesem bestimmten Abzug untersucht; Aussagen über die ursprüngliche Anordnung behalten diese Grenze im Blick.

Viermal 或, ohne dass das Zeichen zum Stempel wird

Familiengeschichte der Cao-Quan-Stele: rechts vier 或, links 枝分葉布
Abb. 2. Rechts steht 或 („einige“) an vier Stellen: fünftes Zeichen der äußersten rechten Spalte, drittes der mittleren sowie erstes und fünftes der linken Spalte. Links lautet die rechte Spalte 敦煌枝分葉布, „Dunhuang; wie Zweige und Blätter verteilt“. Verkleinerte ganze Doppelseite desselben Albums. Offizielle hochauflösende AnsichtBilder auf der Werkseite des Museums ansehen ↗

Der Text lautet: „或在安定,或处武都,或居陇西,或家敦煌。枝分叶布,所在为雄。“ Das heißt: Einige Zweige der Familie lebten in Anding, andere in Wudu, andere in Longxi und wieder andere in Dunhuang. Wie Zweige und Blätter waren sie verteilt und gehörten überall zu den einflussreichen Familien. Diese Lobpreisung der Herkunft erklärt die Wiederholung von 或. Die Zeichen dienen zunächst einer öffentlichen Darstellung mit einem bestimmten Zweck.

Alle vier 或 entfalten sich in die Breite, ohne einen fertigen Rahmen auszufüllen. Beim obersten 或 in der linken Spalte der rechten Seite ist das kleine 口 („Mund“, hier ein umschließender Bestandteil) in der Mitte klar erkennbar. Der nach rechts ausgreifende Schrägstrich bildet darüber und daneben eine weitere Ebene. Beim tiefer stehenden 或 derselben Spalte verschiebt sich das Gewichtsverhältnis beider Teile leicht. Das 或 in der äußersten rechten Spalte folgt unmittelbar auf 風 („Wind“): Oberer Querstrich und Schräge öffnen sich nach außen, während 口 im engeren Zentrum bleibt. Dieselben Erkennungsmerkmale kehren wieder, die dunklen Zwischenräume sind aber verschieden.

Man kann zunächst nur 口 betrachten und dann seinen Abstand zum äußersten rechten Ende. Dieser kleine Innenraum ist kein wertloser Rest nach Fertigstellung des Zeichens. Das zusammengehaltene 口 lässt den ausgreifenden Strich länger erscheinen. Würde das Innere ebenso stark verbreitert, wäre das ganze Zeichen vielleicht größer; das Gefühl einer Freigabe aus einer engen Mitte wäre damit noch nicht gewonnen.

Auf der linken Seite verändert sich das Material des Vergleichs. 葉 („Blatt“) besitzt zahlreiche Striche, deren Waagerechte sich mit einer mittleren Senkrechten verschränken. Das folgende 布 („verteilen“) hat weniger Striche, öffnet sich oben nach beiden Seiten und lässt unten einen größeren dunklen Zwischenraum frei. Beide Zeichen erhalten nicht dieselbe Dichte.

Zwei 于 schaffen verschiedene Freiräume für die Waagerechte

Doppelseite mit zwei 于, benachbarten 曹國 und 王室 sowie erhaltener Beschädigung
Abb. 3. Je ein 于, hier ein relationales Wort etwa im Sinne von „in/bei“, steht rechts ganz unten in der äußersten rechten Spalte und links ganz oben in der äußersten linken. Rechts unter 國 in der mittleren Spalte sind eine große Fehlstelle, ergänztes Papier und ein rotes Sammlungssiegel zu sehen. Sie sind kein regulärer Bestandteil eines Zeichens. Offizielle hochauflösende AnsichtBilder auf der Werkseite des Museums ansehen ↗

Die beiden 于 sind strichärmer als 或. Beim unteren 于 der äußersten rechten Spalte staffeln sich ein kürzerer oberer und ein ausgreifender unterer Querstrich; der senkrechte Zug biegt nach links unten. Beim anderen 于, links oben in der äußersten linken Spalte, verändert sich das Verhältnis zwischen horizontaler Ausdehnung und zurückgebogener Linie. Beide besetzen mit wenigen Strichen einen deutlich bestimmten Raum.

Den Gegenpol bildet 曹, der Familienname Cao, oben in der mittleren Spalte der rechten Seite. Seine Bestandteile liegen in mehreren Schichten übereinander und umschließen kleine Zwischenräume. Das folgende 國 („Reich, Staat“) hält sein Inneres zusätzlich in einem Außenrahmen zusammen. Die Weite der stricharmen und die Enge der strichreichen Zeichen erscheinen auf derselben Doppelseite nebeneinander. Die Cao-Quan-Stele nur als „flach und breit“ zu bezeichnen, würde diese zwei ganz unterschiedlichen Organisationsweisen übergehen.

Der traditionelle Begriff 波磔 (bozhe) lässt sich hier an einer sichtbaren Veränderung festmachen: Ein Strich führt von einer schmaleren zu einer breiteren Stelle und hebt sich am Ende wieder an. Die unterste Waagerechte von 王 („König“) auf der linken Seite ist kein gleichmäßiges Lineal. Auch unten bei 土 („Erde“) wechseln Mitte und Enden ihre Höhe und Stärke. Ruhe entsteht nicht dadurch, dass jeder Abschnitt waagerecht bleibt. Lokales Auf und Ab wird in eine insgesamt stabile Gestalt eingebunden.

蚕头燕尾 („Seidenraupenkopf und Schwalbenschwanz“) kann Anfängern helfen, Anfang und Ende eines Strichs zu unterscheiden. Wer in jedem Zeichen nur einen Schwalbenschwanz sucht, sieht jedoch bald nur noch das auffälligste Ende. Es ist ebenso wichtig, wie viel dunkler Grund unter einer Waagerechten bleibt, wo die Senkrechte sie durchquert und wie die kurzen Striche vermeiden, denselben Raum wie der Hauptstrich zu beanspruchen. Ein Zeichen entfaltet sich nicht nur, weil ein Strich lang ist, sondern auch, weil die anderen Teile nicht gleichzeitig alles ausfüllen.

Ein kleines 七 wirkt keineswegs leer

Medizinische Hilfe in der Cao-Quan-Stele; in der linken Spalte der rechten Seite die vollständige Folge 合七首藥神明
Abb. 4. Die linke Spalte der rechten Seite lautet 合七首藥神明; das zweite Zeichen wird in der Museumstranskription als 七 („sieben“) gelesen. 神明 setzt sich mit 膏 am Kopf der rechten Spalte der linken Seite zum Arzneinamen 神明膏, Shenming-Salbe, fort. 親 („persönlich“) steht dort an zweiter Stelle, gefolgt von 至 („ankommen“). 王, der Familienname Wang, ist das zweite Zeichen der benachbarten mittleren Spalte. 大女桃 beginnt die Erwähnung einer erwachsenen Frau; 桃 ist nur der Anfang ihres aufgezeichneten Namens. Palastmuseum Peking. Offizielle hochauflösende AnsichtBilder auf der Werkseite des Museums ansehen ↗

七 besteht aus sehr wenigen Linien. Seine Waagerechte reicht weit nach rechts, ein anderer, umgebogener Zug begrenzt einen niedrigen Winkel. Darüber sammelt 合 („zusammenfügen“) seine Teile unter einer Überdachung und um ein kleines 口. Darunter ordnet 首 mehrere Querstriche innerhalb einer vertikalen Ausdehnung. Obwohl 七 viel weniger Striche hat, entsteht neben ihm kein Loch, das aufgefüllt werden müsste. Zwischen Linienenden, Biegung und freiem Grund bestehen bereits hinreichend klare Beziehungen.

Die Passage betrifft Hilfe für die Bevölkerung und die Zubereitung von Arzneien. 神明 ist über den Spaltenwechsel hinweg mit 膏 als Arzneiname Shenming-Salbe zu lesen, nicht als eigenständiges Lob ihrer Wirksamkeit. 七首 wird nach der Museumstranskription beibehalten; seine zahlenmäßige Deutung und abweichende Lesungen werden hier nicht entschieden. Die Abbildung zeigt, wie 七, 首 und 藥 („Arznei“) mit unterschiedlicher Komplexität jeweils Halt gewinnen.

親 (hier „persönlich“, außerdem „verwandt, nahestehend“) auf der linken Seite bringt eine andere Gewichtung hinzu. Seine vielen Striche drängen sich nicht zu einem hellen Klumpen; zwischen linker und rechter Partie bleibt eine dunkle Fuge. In der benachbarten Spalte erhält 王 seine Gestalt durch mehrere Querlinien und die mittlere Senkrechte und steht damit im Gegensatz zur seitlichen Gliederung von 親. Ein lockeres Zeichen muss nicht vollgestopft werden, um vollständig zu wirken. Ein dichtes muss nicht zusammenklumpen, um kompakt zu sein. Die traditionell gerühmte geschmeidige Eleganz liegt hier in Linien, die ihre Wendungen vollziehen können, und in unterscheidbaren Freiräumen, nicht einfach in einer weich wirkenden Fotografie.

Sun Chengze lobte die Stele mit „字法遒秀,逸致翩翩“: „Die Zeichenbildung ist kraftvoll und elegant, von anmutig schwebender Ungezwungenheit.“ 秀 bloß als „hübsch“ zu verstehen, wäre vorschnell. 遒 erinnert daran, dass Rundung und Entfaltung weiterhin ein ordnendes Gerüst besitzen. Das alte Urteil bleibt fruchtbar, weil es zwei scheinbar gegensätzliche Empfindungen zusammenhält. Die innen engen, außen offenen vier 或 und das sparsame, dennoch gesammelte 七 bieten konkrete Anlässe, es neu zu verstehen. Vom Palastmuseum zitierte Würdigung Sun Chengzes

Zurück zu den beiden Zeichen

Betrachten wir in Abbildung 1 die oberen und unteren Teile von 孝 und 季 noch einmal getrennt. Nach ihrer Identifizierung bleibt viel zu vergleichen: Wie überdeckt der obere den unteren Teil? Wie wird 子 verkürzt oder nach unten entfaltet? Welche Abstände zu 之, 養 und 祖 werden dadurch sichtbar? Die Bedeutungserkennung hebt die formale Entdeckung nicht auf. Sie gibt ihr einen zuverlässigeren Halt.

Die Cao-Quan-Stele wird häufig als Einstieg in die Kanzleischrift verwendet. Vertrautheit muss nicht mit dem Auswendiglernen von Stiladjektiven beginnen. Ein kleiner Schritt genügt: ein Zeichen sicher erkennen, seine Nachbarn im Bild lassen, eine zweite verwandte Struktur suchen. Breite heißt nicht, sämtliche Striche zu verlängern. Regelmäßigkeit heißt nicht, identische Zeichen zu kopieren. Jedes Zeichen gewinnt sein eigenes Maß; die Unterschiede finden in einer gemeinsamen, klaren und zurückhaltenden Ordnung Platz.

Optionale Nachlektüre | Nach dem Benennen noch weitersehen

In „As the Light Fades, the Garden Appears Differently“ („Mit dem schwindenden Licht erscheint der Garten anders“) habe ich darüber geschrieben, wie ein Name das Sehen unterstützen, aber auch vorzeitig beenden kann. An Abbildung 3 wird daraus eine konkrete Übung: erst die lange Waagerechte von 于 suchen, dann die kleinen Innenräume von 曹. Wirkt das Enge enger, nachdem der Blick aus dem Weiten zurückkehrt? Und umgekehrt: Erhält der freie Raum des stricharmen 于 mehr Gewicht, wenn der Blick von 曹 zu ihm wandert?

Die Zeichen bleiben gleich; die Reihenfolge des Vergleichs ändert sich. Der SAE-Grundlagentext unterscheidet bei der Wahrnehmung Schönheit, angenehmes Empfinden und Verstehen. Hier wird nur die Anregung übernommen, dem Sehen auch nach der Identifizierung eine eigene Aufgabe zu lassen. 于 besitzt seinen langen Querstrich nicht erst dadurch, dass es als elegant bewertet wird; 曹 verliert seine Innenräume nicht dadurch, dass man es als Familiennamen kennt. Erst das Hin und Her lässt ausgreifende Linien und zusammengehaltene Freiräume gemeinsam in ein Urteil eingehen. SAE: Urteilskraft und Ästhetik

Abzug, Lesung, Bilder und Rechte

Dieser Text beruht auf offiziellen hochauflösenden Abbildungen, nicht auf einer Untersuchung vor Ort. Die vier ganzen Doppelseiten wurden proportional verkleinert; Montierungsfugen, Papierschäden und Sammlungssiegel bleiben erhalten. Es wurden keine Zeichen ergänzt, Siegel entfernt, Farben verändert oder Schriftspuren erzeugt. Die hochauflösenden Bilder wurden aus den öffentlich angebotenen Deep-Zoom-Kacheln des Museums in deren ursprünglichen Koordinaten zusammengesetzt; Einzelheiten stehen in IMAGE_NOTES. Die eingebetteten Bilder eignen sich nicht zur exakten Vermessung des Steins.

Die Museumsseite trägt den Titel 明初拓东汉曹全碑. Ihr Haupttext nennt jedoch die Ausgrabung zu Beginn der Wanli-Ära und bezeichnet das Exemplar als „frühen Abzug nach der Ausgrabung in der Ming-Zeit, vor dem Bruch“. Dieser zeitliche Zusammenhang wird übernommen. 明初拓 wird deshalb nicht als „Abzug aus der frühen Ming-Dynastie“ übersetzt. Der Stein stammt von 185; das hier betrachtete Papier nicht aus der Han-Zeit.

Die zitierten Passagen verwenden gebräuchliche Schriftformen und moderne Interpunktion; für die tatsächlichen Formen gelten die Bilder. Die ähnlichen 孝 und 季 sind in Abbildung 1 genau lokalisiert. Ähnlichkeit ersetzt keine Lesung; Unterschiede wie 于/於 bleiben erhalten. Das rote Siegel neben Fehlstelle und Ergänzung in Abbildung 3 gehört zur Material- und Sammlungsgeschichte. Seine zeitliche Reihenfolge lässt sich nicht allein aus der Farbe bestimmen.

Die Bildrechte liegen beim Palastmuseum und weiteren gegebenenfalls beteiligten Rechteinhabern. Eine Genehmigung zur Wiederveröffentlichung wurde nicht eingeholt; eine offene Lizenz wird nicht behauptet. Vor öffentlicher Weiterverbreitung oder kommerzieller Veröffentlichung sind die Rechte gesondert zu klären.

In Abbildung 4 folgt 七首 der Museumstranskription und wird nicht als „sieben Arzneirezepturen“ ausgelegt. Unter 親 steht 至; 王 steht in der Nachbarspalte. 神明膏 ist über den Spaltenwechsel hinweg als Arzneiname zu lesen.

Quellen · 中文 / English

Episode 11 — Sources / 来源与版本核对

Accessed and read 2026-10-19 UTC. The four source images were actually inspected.

1. Palace Museum, 《明初拓东汉曹全碑》, accession 新00045355
https://www.dpm.org.cn/collection/impres/228534.html
Main source for the original stone's date (Zhongping 2, tenth month, 185 CE), Cao Quan's office at Heyang, the stone's present location in Xi’an Beilin, the particular Ming rubbing before the stone broke, and Wang Hongzhuan's former ownership. Also quotes Sun Chengze's “字法遒秀,逸致翩翩”. The article's own close reading is based on the images rather than repeating the museum's general stylistic account.
2. Official high-resolution viewers
- Figure 1: https://www.dpm.org.cn/bigimg/32/11
- Figure 2: https://www.dpm.org.cn/bigimg/32/23
- Figure 3: https://www.dpm.org.cn/bigimg/32/21
- Figure 4: https://www.dpm.org.cn/bigimg/32/3
Public Deep Zoom metadata supplies image dimensions and tile coordinates. It was used to assemble and proportionally downsample the photographed album openings. See IMAGE_NOTES.md and IMAGE_MANIFEST.json.
3. 秦汉, 《天暗下来,花园换了一种样子》, ray 08
https://nondubito.net/essays/aesthetics/ray08.html?lang=zh
English title and page: As the Light Fades, the Garden Appears Differently
https://nondubito.net/essays/aesthetics/en/ray08.html?lang=en
Read in full. Used only in the optional appendix to ask how naming and the order of comparison affect continued looking. The concrete exercise compares the broad 于 and the compact internal spaces of 曹, not the writer's personality.
4. National Palace Museum, another Cao Quan rubbing, public transcription
https://digitalarchive.npm.gov.tw/Collection/Detail/34589?dep=P
An excerpt returned by the search index for this official record was used to cross-check the continuous text spanning the mounted album columns: “合七首藥神明膏。親至離亭。部吏王宰。程橫等。” The record page itself returned HTTP 403 when directly opened; no successful full-page access is claimed and that denial was not retried through another route. This is not the image source for the essay. The original text crosses the displayed column boundary from 神明 to 膏. 神明膏 is the medicinal name; 神明 is not translated here as a separate praise of efficacy.
5. Wang Wentao, 《“癃”病与汉代社会救助》, 2012
https://www.caoss.org.cn/UploadFile/news/201611518551594788.pdf
《河北师范大学学报(哲学社会科学版)》35(1), January 2012, pp.125–130; DOI 10.13763/j.cnki.jhebnu.psse.2012.01.009. Printed p.129 (PDF page 5), left column, quotes “七首药神明膏,亲至离亭,部吏王宰、程横等”. The PDF page was actually rendered and inspected. Its reference [12] is Gao Wen, 《汉碑集释》, Henan University Press, 1997, cited p.474. This supports the continuous reading and the identification of 至 beneath 親 without treating 七首 as an established count of seven prescriptions.
6. 《SAE判断力与美学》
https://self-as-an-end.net/papers/sae-judgment-aesthetics.html
Read for the account of perception and distinctions among beauty, pleasure and understanding. The traditional analysis of structure and the historical critical quotation remain independently meaningful.

Chronology / 年代校读

The official page's title “明初拓” must not be translated mechanically as “early Ming-dynasty rubbing”: the same page states that the stone was unearthed in the early Wanli era and calls this a 明代出土初拓未断本, an early rubbing taken after the Ming excavation, before the stone broke. The body chronology governs the essay. The paper is not from 185 CE. Its cut-mounting and photographic reproduction are further material stages, not parts of the Han writing event.

Reading boundaries / 释读边界

孝 and 季 share lower component 子 but have distinct upper components and meanings. Figure 1 explicitly locates both. Four 或 and two 于 are read within neighboring columns. In figure 4, the visible column 合七首藥神明 continues with 膏 at the top of the left half's right column, forming the medicinal name 神明膏. The phrase 七首 is preserved without asserting an unverified meaning such as seven prescriptions. 親 is followed by 至; 王 is second in the adjacent middle column, not directly beneath 親. The red seal, damage and repair below 國 in figure 3 are not regular character strokes, and color alone does not date their sequence. Album adjacency does not prove original stone-column adjacency.

Image rights

No republication permission has been obtained. No open license is claimed. Public research access to the official site is not a grant of republication rights. Copyright remains with the Palace Museum and any other relevant rights holders; public or commercial redistribution requires separate clearance.

Bildnachweise und Nutzung · 中文 / English

Die Website enthält WebP-Bilder in einer für die Lektüre geeigneten Größe, auch Details und weitere Ansichten. Ein Klick öffnet die Werkseite des Museums; die Originaldateien in voller Auflösung werden hier nicht bereitgestellt. Maße, Dateinamen, Ausschnittkoordinaten und Prüfsummen unten dokumentieren die archivierten Quelldateien, nicht die Webvorschaubilder.

Published image provenance / 配图来源

Collection record / 馆藏记录

Episode 11 — Image provenance / 图片处理说明

All four figures show the same Palace Museum album, 新00045355, an early post-excavation Ming rubbing of the Cao Quan Stele, taken before the stone broke. Original stone: 185 CE; paper: Ming. All are whole photographed album openings, preserving three short columns per half. The cut-mounted short columns are not claimed to reproduce original stone-column adjacency.

Acquisition and processing, 2026-10-19 UTC

The public museum collection page links directly to the four official viewers. Each viewer's public Deep Zoom metadata specifies its image bundle, full dimensions, 510-pixel tiles and one-pixel overlap. The acquisition script fetches the highest pyramid level (12), places each tile at its published coordinates and removes only prescribed tile overlap. It saves the assembled master as JPEG quality 96, then makes a proportional reading-size reduction fitting 1400 × 1400 pixels at JPEG quality 92. No image content was cut out of these four openings.

| Figure | Viewer | Assembled dimensions | Reading file |
|---|---|---|---|
| 1 | https://www.dpm.org.cn/bigimg/32/11 | 3794 × 3684 | images/page_11.jpg |
| 2 | https://www.dpm.org.cn/bigimg/32/23 | 3782 × 3694 | images/page_23.jpg |
| 3 | https://www.dpm.org.cn/bigimg/32/21 | 3788 × 3690 | images/page_21.jpg |
| 4 | https://www.dpm.org.cn/bigimg/32/3 | 3778 × 3696 | images/page_3.jpg |

`IMAGE_MANIFEST.json` records exact public tile roots and operations. The reading release does not include the assembled masters or source-page downloads. The first and sixth thumbnails of the museum's older gallery link to the same image; the essay does not label figure 1 as the original beginning of the inscription.

No AI generation, inpainting, handwriting reconstruction, restoration, recoloring, watermark removal or seal removal was performed. Tears, joins, paper edges, dark areas and collection marks remain. The embedded figures are smaller reading copies, not a basis for precise measurement of the stone.

What was actually inspected

The writer viewed all four assembled/reduced images and checked the individual characters against neighboring columns. The source reviewer and the series editor independently viewed the four 1400-pixel images. Verified positions:
- Figure 1: 孝 at top of left half's middle column; 季 fourth in its far-left column, with 禾 above 子. Neighbors 之, 性, 養, 祖 remain.
- Figure 2: four 或 in the right half, far-right column fifth; middle column third; left column first and fifth. Left half's right column reads 敦煌枝分葉布.
- Figure 3: two 于, right half far-right column bottom and left half far-left column top. 曹 and 國 in right half middle column; damage/repair/red seal below 國 are separated from normal writing.
- Figure 4: right half left column 合七首藥神明, 七 second. The next displayed column, at the right of the left half, begins 膏親至離亭部. 神明 continues across the mounted columns to 膏 as the medicinal name 神明膏. 王 is the second character in the left half’s middle column; the character directly below 親 is 至.

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