↓ Lesen
Non Dubito
English简体中文繁體中文DeutschFrançaisEspañol日本語한국어

NON DUBITO · Filmessays

Chihiros Reise ins Zauberland – eine Lektüre

Han Qin (秦汉) · Deutsche Ausgabe: 7. Oktober 2026

Eigenständige deutsche Fassung nach dem chinesischen Original

Drei Essays: über einen Vertrag, mit dem ein Name eingezogen wird; darüber, wie das Ohngesicht die Sprache des Tausches lernt; und über ein Kind, das durch Erinnerung zurückholt, was das Badehaus zu Eigentum gemacht hat.

Chihiros Reise ins Zauberland beginnt mit einem Kind, das nicht in einen Tunnel gehen will, und setzt es dann einer Reihe von Ordnungen aus, die über sein Nein hinweggehen. Die Eltern glauben, wer bezahlen kann, habe ein Recht auf Besitz. Yubabas Badehaus misst Wesen an ihrer Arbeit und am Umsatz, den sie bringen. Das Ohngesicht lernt, dass Gold eine Menschenmenge herbeirufen kann. Jede dieser Ordnungen hat ihre eigene Umrechnungstabelle. Sie entscheidet, wer essen, wer bleiben, wer sprechen und wer gesehen werden darf.

Chihiro wird in keiner dieser Ordnungen zur stärksten Mitspielerin. Trotzdem kommt sie wieder heraus. Ein Ziel hält sie außerhalb der Buchhaltung des Badehauses fest. Sie erinnert sich an Namen, die von der Macht beschnitten oder ausgelöscht wurden, und antwortet anderen immer wieder, bevor sie überhaupt weiß, was sie dafür zurückbekommen könnte. Für jemanden im Regen eine Tür öffnen. Für einen anderen dessen Namen bewahren. Sich weigern, in den eigenen Eltern Vieh zu erkennen. Mit diesen winzigen Handlungen entzieht sie sich dem Rechenweg, den diese Welt ihr vorschreibt, ohne so tun zu müssen, als gäbe es die Gefahr nicht.

I. Mit ihrer Unterschrift hört sie auf, Chihiro Ogino zu heißen

Yubabas Vertrag ist der Form nach freiwillig, doch Chihiros Lage lässt ihr keine zweite Wahl. Ist der Name erst einmal eingezogen, kann die Arbeit einem Menschen den Heimweg aus dem Gedächtnis löschen.

Originalessay und weitere Sprachfassungen

II. Das Ohngesicht hat die Hände voller Gold und besitzt doch nichts

Das Ohngesicht lernt, Gegenstände, Gold, Appetit und geliehene Stimmen gegen Aufmerksamkeit einzutauschen. Was Chihiro ihm am Ende gibt, ist genau jenes Angenommensein, das es die ganze Zeit kaufen wollte.

Originalessay und weitere Sprachfassungen

III. Sie bewahrt ihren eigenen Namen und auch den eines anderen

Chihiro bewahrt ihren eigenen Namen und auch Hakus. Bei der letzten Prüfung kommt es für sie nicht darauf an, die beiden richtigen Schweine zu erkennen, sondern sich zu weigern, in ihren Eltern bloße Dinge zu sehen.

Originalessay und weitere Sprachfassungen