Non Dubito
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NON DUBITO · Architektur · Westliche Architektur

Der Barcelona-Pavillon: Die Wände schließen sich nicht, der Raum behält seine Richtung

Eine goldbraune Steinwand steht unter einem weißen Dach. Weder ihr linkes noch ihr rechtes Ende trifft auf eine andere geschlossene Wand.

In diesem Essay
Der 1986 rekonstruierte Barcelona-Pavillon: eine Metallsäule vor der goldbraunen Onyxwand.
Der 1986 rekonstruierte Barcelona-Pavillon: eine Metallsäule vor der goldbraunen Onyxwand. Bildnachweis: In der angeführten Quelle ist kein Fotograf genannt. Quelle / vollständiges Bild. Eine Genehmigung zur Wiedergabe wurde nicht eingeholt.Gebäude und Abbildungen auf der offiziellen Seite ansehen ↗

Eine goldbraune Steinwand steht unter einem weißen Dach. Weder ihr linkes noch ihr rechtes Ende trifft auf eine andere geschlossene Wand. Links sind hinter Glas Bäume zu sehen, rechts erscheint weiter hinten ein Stück grüner Steinfläche. Im Vordergrund reicht eine glänzende Metallsäule vom Boden bis zur Decke und verdeckt einen kleinen Teil der Steinwand.

Auf dieser offiziellen Aufnahme der Stiftung stehen Säule und Wand beide senkrecht, liegen aber nicht in derselben Ebene. Die Säule ist schmal; Reflexionen gliedern ihren Umriss in helle und dunkle Streifen. Die Steinwand ist breit und von goldenen, rotbraunen und cremeweißen Adern überzogen. Das Bild des Tragens und das Bild des Abschirmens erhalten jeweils einen eigenen Ort. Die Aufnahme des heutigen Zustands ansehen

Hier eröffnet sich ein Zugang zur Bedeutung des Barcelona-Pavillons: Eine Wand muss sich nicht mit anderen Wänden zu einem Zimmer zusammenschließen, um dem Raum ein Davor, ein Dahinter und seitliche Bezüge zu geben oder Verweilen vom Umgehen zu unterscheiden. Die Architektur trennt ihre Grenzen voneinander, ohne die Richtung aufzuheben. Das Ende einer Wand wird ebenso wichtig wie ihre Vorderfläche.

Das Gebäude war ursprünglich der deutsche Pavillon der Weltausstellung von 1929 in Barcelona. Die Stiftung schreibt den Entwurf gemeinsam Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich zu; Reich war auch künstlerische Leiterin der deutschen Ausstellungsabteilung. Der Pavillon diente offiziellen Empfängen und wurde 1930 abgebaut. Heute steht am ursprünglichen Ort eine 1986 eröffnete Rekonstruktion von Ignasi de Solà-Morales, Cristian Cirici und Fernando Ramos. Alle hier betrachteten Farbfotografien zeigen diesen Wiederaufbau. Ihre Steinadern, Bauteile und umgebenden Landschaften dürfen nicht unmittelbar als ursprünglicher Zustand von 1929 verstanden werden. Stiftung: Geschichte des Pavillons

1. Am aufschlussreichsten sind im Grundriss die Stellen, die nicht zusammentreffen

Öffnen wir den von der Stiftung veröffentlichten Grundriss. Links liegt ein größeres rechteckiges Wasserbecken, am rechten Ende ein kleines Becken mit einer Skulptur. Der wichtigste überdachte Raum befindet sich in der rechten Hälfte. Steinwände und Glaswände sind durch unterschiedlich starke Linien dargestellt. Manche Linien sind lang, andere viel kürzer. Sie sind versetzt und knicken teilweise ab, zerlegen die Mitte aber nicht in ein Raster geschlossener Zimmer. Den offiziellen Grundriss ansehen

Von der Stiftung veröffentlichter Innenraumgrundriss des Barcelona-Pavillons mit Wandscheiben, Säulenpositionen und zwei Wasserbecken.
Von der Stiftung veröffentlichter Innenraumgrundriss des Barcelona-Pavillons mit Wandscheiben, Säulenpositionen und zwei Wasserbecken. Bildnachweis: Zeichner nicht genannt. Quelle / vollständiges Bild. Eine Genehmigung zur Wiedergabe wurde nicht eingeholt.Gebäude und Abbildungen auf der offiziellen Seite ansehen ↗

Betrachten wir zunächst nur die kurze waagerechte Wand in der Mitte der rechten Hälfte. Sie verschließt nicht die gesamte Breite, sondern lässt an beiden Enden Platz. Weiter links erscheint eine andere waagerechte Wand in versetzter Position; dazwischen steht eine zu beiden senkrechte Glaswand. Die leeren Stellen zwischen den Linien sind deshalb kein unterschiedsloser Rest.

Wählt man im Plan einen Weg vom Eingangsbereich zur Mitte, stößt die gerade Linie auf eine Trennfläche. Um weiterzukommen, muss man zur Seite ausweichen. Erst am Ende einer Wand kann sich der zuvor verdeckte Bereich öffnen. Ein anderer Weg bringt dieselbe Wand auf die andere Körperseite. Gemeint sind die räumlichen Beziehungen, die der Plan ermöglicht, keine für alle vorgeschriebene Besichtigungsroute.

Gewöhnlich zeigt eine Tür an, wo eine Wand durchquert werden kann. Hier liegen wichtige Durchgänge teilweise dort, wo zwei Wände nicht zusammentreffen. Man muss nicht durch ein Loch in der Wandmitte gehen, sondern kann ihr Ende umrunden. Die Grenze ist nicht verschwunden; verändert hat sich die Weise, sie zu überschreiten.

Darum darf ein „offener Grundriss“ auch nicht mit Leere verwechselt werden. Die Wandscheiben bestimmen weiterhin, was nahe liegt und was vorerst unsichtbar bleibt. Auch die Wasserflächen sind kein Boden, den man einfach geradeaus überqueren könnte. Der Blick kann hinüberreichen, die Schritte müssen am Beckenrand bleiben. Visuelle und körperliche Zugänglichkeit unterscheiden sich bereits im selben Plan.

2. Säulen haben ihre Reihen, Wände ihre Aufgaben

Acht kleine kreuzförmige Säulenpositionen bilden im Grundriss zwei Reihen. Gegenüber den Wandlinien beanspruchen sie wenig Fläche, wiederholen sich aber in relativ regelmäßigen Abständen. Nicht alle Wandenden liegen an Säulen, und die Wände müssen den Säulenreihen nicht zu einer Umfassung folgen.

So entstehen zwei getrennt erkennbare Ordnungen: Die Säulenpositionen geben ein Gerüst, die Wandscheiben gliedern einzelne Bereiche. Das Tragen des Daches und das Ordnen der Grenzen müssen nicht mehr gemeinsam durch dieselbe dicke Wand ausgedrückt werden.

Zurück zur ersten Aufnahme: Die Metallsäule steht vorn, die Onyxwand hinten, dazwischen liegt Boden. Die Säule haftet nicht an der Steinwand, um deren Rand zu markieren; die Wand setzt sich auch nicht in Richtung der Säule fort. Die beiden senkrechten Bauteile können nebeneinander bestehen und Abstand bewahren. Diese Betrachtung gilt ihrem sichtbaren Verhältnis. Sie vereinfacht die dargestellte Trennung nicht zu einer Erklärung sämtlicher verborgener Tragkonstruktionen.

Auch die Decke wirkt mit. Ihre weiße Unterseite breitet sich im Foto durchgehend aus, ohne jeden Bodenbereich durch sichtbare Balken vorab in ein Raster einzufassen. Unter dieser gemeinsamen Überdeckung können Wände ihre Lage und Länge verändern, während das Dach die unterschiedlichen Bereiche weiterhin miteinander verbindet.

Eine durchgehende Decke bedeutet jedoch nicht, dass es keine Staffelung gäbe. Die Spiegelungen der nahen Säule, die kräftige Farbe der Steinwand dahinter und die Ansichten im Glas zu beiden Seiten verleihen dem Raum unter derselben Höhe unterschiedliche Tiefen. Das Dach fasst sie zusammen, Wand und Säule verhindern, dass alles in einer unterschiedslosen Fläche aufgeht.

Die moderne Architektur erklärt den „freien Grundriss“ häufig durch diese relative Unabhängigkeit von Stützen, Trennwänden und Überdeckung. Der Begriff ist hilfreich: Er benennt eine Erweiterung der Mittel zur Raumorganisation. Danach bleibt zu fragen, wie dieses Gebäude die gewonnenen Mittel tatsächlich anordnet. Freiheit ist eine Entwurfsbedingung; die versetzten Endpunkte und konkreten Abstände sind die hier getroffenen Entscheidungen.

3. Eine Wand kann zwei Arten des Sehens beiderseits einer Ecke anordnen

Eine weitere Aufnahme blickt schräg am Ende einer Metall-Glas-Trennwand vorbei. Links zieht sich eine Reihe dunkler Glasscheiben in die Ferne, frontal stehen uns zwei milchweiße Paneele gegenüber, rechts entfaltet sich eine grüne Steinwand in anderer Richtung. Der helle Boden läuft unter allen drei Flächen durch. Glas, milchweiße Paneele und grüne Steinwand ansehen

Glaswände, milchige Paneele und grüner Stein im 1986 rekonstruierten Pavillon; am Ende steht die Skulptur.
Glaswände, milchige Paneele und grüner Stein im 1986 rekonstruierten Pavillon; am Ende steht die Skulptur. Bildnachweis: In der angeführten Quelle ist kein Fotograf genannt. Quelle / vollständiges Bild. Eine Genehmigung zur Wiedergabe wurde nicht eingeholt.Gebäude und Abbildungen auf der offiziellen Seite ansehen ↗

Im dunklen Glas erscheinen Bilder von Bäumen, aber auch dunkle Innenbereiche. Die Rahmen gliedern es in senkrechte Streifen. Nach hinten werden sie schmaler, bis am Ende eine Figur mit erhobenen Armen erscheint. Mit dem Blick der Länge des Glases zu folgen ist etwas anderes, als die milchweißen Paneele frontal anzusehen.

Auch die milchweißen Flächen nehmen Helligkeitswechsel auf. Sie lassen die Gegenstände dahinter jedoch nicht wie durchsichtiges Glas zu einem klar erkennbaren Fernbild werden. Die Muster des grünen Steins rechts verbleiben dagegen an der Wandoberfläche. Erst nebeneinander treten die Unterschiede von durchsichtig, durchscheinend und undurchsichtig deutlich hervor.

Glas ist daher mehr als ein Material, das innen und außen verbindet. Unter einem Winkel macht es die andere Seite erkennbar, unter einem anderen lagert es Bilder von Bäumen und nahen Bauteilen darüber. Der Spiegelungsgrad im Foto gehört zu dessen konkreten Licht- und Aufnahmebedingungen. Die Architektur stellt die Flächen und Positionen bereit, an denen solche unterschiedlichen Erscheinungen möglich werden.

Auch die Steinwand ist nicht bloß Abschließung als Gegenteil des Glases. Die goldbraune Wand vom Anfang verdeckt, was hinter ihr liegt, erlaubt aber das Umgehen ihrer Enden. Ihre Maserung hält den Blick zugleich in der Nähe: Ein braunes Aderband wechselt die Richtung, wird breiter, trifft auf eine Fuge und tritt mit den Adern einer anderen Platte in Beziehung.

Räumliche Tiefe entsteht also nicht nur dadurch, dass man weit sehen kann. Manchmal verankert eine undurchsichtige Wand die Nähe, sodass die Fernblicke zu beiden Seiten tatsächlich hinter ihr zu liegen scheinen. Der Pavillon hat nicht alle Oberflächen gleichermaßen transparent gemacht.

4. Zwei Wasserflächen ziehen denselben Pavillon in verschiedene Richtungen

Eine Aufnahme neben dem großen Becken bietet eine andere Längsbeziehung. Links zieht sich die lange helle Wand am Boden entlang zum überdachten Raum zurück, begleitet von einer Steinbank. Rechts besetzt das Wasserbecken den Vordergrund. Wand, Bank und Beckenrand führen den Blick zum fernen niedrigen Flachdach. Großes Becken und lange Wand ansehen

Großes Wasserbecken, lange Wand und Steinbank des 1986 rekonstruierten Pavillons, zum niedrigen Dach hin ausgerichtet.
Großes Wasserbecken, lange Wand und Steinbank des 1986 rekonstruierten Pavillons, zum niedrigen Dach hin ausgerichtet. Bildnachweis: In der angeführten Quelle ist kein Fotograf genannt. Quelle / vollständiges Bild. Eine Genehmigung zur Wiedergabe wurde nicht eingeholt.Gebäude und Abbildungen auf der offiziellen Seite ansehen ↗

Die lange Wand muss hier nicht den Weg nach vorn versperren. Ihre fortgesetzte Anwesenheit an einer Seite genügt, um dem Bodenstreifen daneben eine klare Richtung zu geben. Die Bank legt diese Richtung tiefer: Ihre Oberkante liegt nahe am Boden, darunter wiederholen sich getrennte Füße. Der Bereich lässt sich als Durchgang verstehen, aber ebenso als Ort, an dem man mit Blick aufs Wasser sitzt.

Wasserfläche und Steinbelag liegen nebeneinander, nehmen aber unterschiedliche Bilder auf. Im nahen Wasser lässt sich der Beckenboden erkennen, weiter hinten spiegeln sich Bäume und Dach. Diese umgekehrten Formen fügen kein weiteres Dach und keine weitere Baumreihe hinzu. Sie verwandeln die Wasserfläche jedoch von einer gleichmäßigen Leere in einen Bereich mit Tiefen und Überlagerungen.

Am kleinen Becken sind die Beziehungen stärker konzentriert. Im Plan liegt es am anderen Ende, von mehreren Seiten durch Wände gefasst; eine Skulptur besetzt eine Ecke im Wasser. Auf dem vorigen Foto entlang der Glasfläche erscheint die Skulptur nur ganz hinten. Dennoch genügt sie, um der Folge zurückweichender Vertikalen einen Zielpunkt zu geben.

Die Stiftung bezeichnet sie als Bronze-Reproduktion von Georg Kolbes Der Morgen. Ihre gebeugten Glieder unterscheiden sich von den geraden Flächen ringsum. Es ist nicht nötig, mit ihr eine Allegorie für das gesamte Gebäude zu erfinden. Schon zu sehen, wie sie ein Ende erkennbar macht, reicht aus. Stiftung: Erläuterung der Skulptur

Die beiden Becken benötigen weder dieselbe Größe noch dieselbe Lage oder Umgebung. Das große weitet den Blick nach außen, das kleine sammelt die Aufmerksamkeit am anderen Ende. Wasser wird so mehr als ein einheitliches Dekorationsthema: Es wird zu zwei verschiedenen räumlichen Anordnungen.

5. Einfachheit bedeutet nicht, dass alles in den Hintergrund tritt

Wer den Barcelona-Pavillon allein mit „wenig“ zusammenfasst, übersieht die Intensität dieser Oberflächen.

Der goldbraune Onyx ist nicht still, die grüne Steinwand kein unveränderliches Farbfeld. Glas überlagert Bilder unterschiedlicher Entfernung, die schmalen Metallsäulen wechseln immer wieder zwischen hell und dunkel. Das Gebäude reduziert die traditionell an Wänden angebrachten Gesimse und Ornamente, ebnet aber die Unterschiede der Materialien selbst nicht ein.

Bereits der Katalog der Ausstellung zur modernen Architektur im New Yorker Museum of Modern Art von 1932 betonte bei Mies, dass unterschiedliche Materialien die Eigenart der raumteilenden Flächen erhalten. Diese frühe Deutung erinnert daran, dass geometrische Zurückhaltung und materieller Reichtum von Anfang an gemeinsam die Ausdruckskraft moderner Architektur bilden konnten. MoMA: Ausstellungskatalog von 1932

Die Ordnung hier führt daher nicht alles auf ein einziges Muster zurück. Die Bodenfugen bilden ein nachvollziehbares Raster; die Adern im Stein schlängeln und verzweigen sich und können durch dieses Raster nicht ersetzt werden. Das Dach gibt eine gerade gemeinsame Höhe vor, auf die Metall, Stein und Glas darunter jeweils anders antworten.

Beim erneuten Blick auf das erste Foto ist der Endpunkt der Steinwand nicht mehr bloß ein Rand der Komposition. Er beendet einerseits die goldbraune Fläche und gibt andererseits den Raum dahinter dem Blick zurück. Die Säule durchmisst die gesamte Bildhöhe, ohne dieses Ende zu verschließen.

Der Barcelona-Pavillon verleiht der Wand eine neue aktive Rolle: Sie kann sperren oder führen, eine Ansichtsfläche bilden oder durch ihr eigenes Ende einen anderen Ort erscheinen lassen. Räumliche Kontinuität entsteht aus der sorgfältigen Anordnung dieser Unterschiede, daraus, dass jede nicht geschlossene Wand weiterhin weiß, was sie tut.

Optionale ergänzende Lektüre | Steinadern, Fugen und Wiederaufbau haben drei verschiedene Herkünfte

Han Qins englischer Essay „The Wood Still Holds That Dry Year“ behandelt „kausale Schönheit“: Wie bewahrt eine sichtbare Form die Einwirkungen, die sie erfahren hat? Der Text unterscheidet besonders zwischen dem begründeten Erkennen einer Herkunft und dem beiläufigen Erfinden einer Vergangenheit für eine Spur.

Mit dieser Frage lässt sich die goldbraune Steinwand erneut betrachten, zunächst entlang der mittleren waagerechten Fuge. Ober- und unterhalb davon entsprechen einander mehrere schräge Farbbänder beinahe spiegelbildlich. Blickt man anschließend auf die senkrechten Plattenfugen, werden Zusammenhang und Unterteilung der Adern gleichzeitig sichtbar.

Die Adern gehören zum Stein, die sauberen Plattenkanten und ihre heutige Anordnung dagegen zu Bearbeitung und Montage. Beides ist auf einer Wand verflochten, stammt aber nicht aus demselben Vorgang. Auch handelt es sich bei dieser Spiegelbeziehung nicht um ein Spiegelbild im Wasser. Es gibt keine zweite, vorübergehend reflektierte Wand. Das Verhältnis besteht aus tatsächlich angeordneten Steinplatten und bleibt bei einem Wechsel des Standpunkts auf der Wand erhalten.

Hinzu kommt eine dritte Herkunft. Eine Fotografie von 1986 im Archiv der Stiftung dokumentiert, wie Arbeiter beim Wiederaufbau den goldenen Onyx polierten. Dieses Archivstück verbindet die Herstellung des heutigen Materials mit einem bestimmten Rekonstruktionsprojekt. Stiftungsarchiv f.0132

Das ganz konkrete Farbband einer heutigen Aufnahme ist folglich kein seit 1929 erhaltener Zeuge. Es kann zeigen, wie Naturmaterial und menschliche Anordnung zusammenkommen, und wie die Rekonstruktion von 1986 der Architektur eine neue materielle Existenz gab. Die Wiederherstellung eines Entwurfs und das ununterbrochene Fortbestehen desselben Stücks Materie sind zwei verschiedene historische Verbindungen.

SAE (Self-as-an-End) ergänzt die Betrachtung hier durch eine genauere Unterscheidung innerhalb einer schönen Steinwand: Welche Formen gehören zum Material, welche zur Herstellung, und welche historischen Verbindungen lassen sich erst mit Archiven herstellen? Das Wissen um den Wiederaufbau macht die Wand nicht weniger sehenswert. Es lässt uns genauer erkennen, was vor unseren Augen geblieben und was neu hergestellt worden ist.

Bildbetrachtung und Quellen

Dieser Text beruht auf dem veröffentlichten Grundriss der Stiftung und Fotografien des rekonstruierten Pavillons. Er ist kein Bericht über einen Besuch vor Ort. Spiegelungen, die Helligkeit des Glases und die umgebende Vegetation gehören zu konkreten Aufnahmebedingungen. Die im Plan möglichen Wege entsprechen nicht automatisch den bei jeder Öffnung vorgegebenen Besucherwegen.

Quellen (auf Englisch)

English

The foundation credits Mies van der Rohe and Lilly Reich. The 1929 pavilion was dismantled in 1930; the reconstructed building opened in 1986. Present stone patterns are not original surviving 1929 materials.

The linked institutional records provide historical and material context. Interpretive comparisons belong to the essay and are not claims about an architect’s unrecorded intentions.

1. miesbcn.com

2. miesbcn.com

3. miesbcn.com

4. miesbcn.com

5. miesbcn.com

6. www.moma.org

7. nondubito.net

8. miesbcn.com

9. miesbcn.com

10. www.moma.org

Bildnachweise und Nutzung (auf Englisch)

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