Der Titel derselben Inschrift steht am Anfang der Rolle zweimal. Zuerst erscheinen achtzehn große Zeichen in Siegelschrift, verteilt auf sechs Spalten mit je drei Zeichen. Weiter links wechselt die Schrift zu einer viel kleineren Regelschrift: neunzehn Zeichen in drei Spalten mit acht, acht und drei Zeichen. Hinzugekommen ist 之, „von“ beziehungsweise eine Genitivpartikel: Aus 帝师碑, „Stele des Kaiserlichen Lehrers“, wird 帝师之碑; die zusätzliche Partikel macht das Verhältnis ausdrücklich.
Der Name ist beinahe derselbe, doch das Auge kann ihn nicht im gleichen Schritt durchlaufen. In der Siegelschrift hängen lange Linien nach unten; Kurven umschließen verhältnismäßig weite Innenräume, und jedes Feld nimmt ein großes Zeichen auf. In der Regelschrift laufen die schrägen Striche spitz aus, kurze Waagerechte und lange Senkrechte haben unterschiedliches Gewicht. Auf der Höhe, die zuvor drei Zeichen fasste, stehen nun acht. Noch bevor der Titel in die Erzählung führt, hat die Rolle uns bereits zu einem anderen Maßstab des Betrachtens gebracht.

Der geläufige Name 胆巴碑, „Danba-Stele“, lässt leicht zuerst an Stein denken. Hier betrachten wir jedoch eine Schriftrolle in Tusche auf Papier aus dem Palastmuseum in Peking: Zhao Mengfus handgeschriebenen Text für eine Stele, mit einer Überschrift in Siegelschrift und Text in Regelschrift. Es handelt sich nicht um eine Abreibung eines behauenen Steins. Am Ende steht 延祐三年……月立石, „der Stein errichtet im […] Monat des dritten Jahres Yanyou“, also 1316. Das Papier bewahrt Worte und Schrift, die für eine Stele angeordnet wurden; noch heute lässt sich unmittelbar sehen, wie die Tuschelinien in der Farbe des Papiers liegen. Werkbeschreibung des Palastmuseums, auf Chinesisch
Die Inschrift gilt Danba, einem eng mit dem Yuan-Hof verbundenen Mönch des tibetischen Buddhismus, der 1303 starb. Der hier verwendete Ehrentitel „Unübertrefflicher Kaiserlicher Lehrer“ wurde ihm erst nach seinem Tod verliehen; daraus lässt sich kein zu Lebzeiten ausgeübtes Amt dieses Namens ableiten. Zhao Mengfu erhielt den Auftrag, den Text für das Kloster Longxing im Verwaltungsbezirk Zhending zu verfassen und zu schreiben. Er erzählt von Danbas Wirken und der Geschichte des Klosters und endet mit Lob und Segenswünschen für das Kaiserhaus und die Lebewesen. Dieser Text hat einen bestimmten Auftraggeberzusammenhang, eine bestimmte Person, deren gedacht wird, und einen bestimmten Aufstellungsort. Seine Feierlichkeit liegt sowohl in den Formulierungen als auch in den Plätzen, die den unterschiedlichen Textarten zugewiesen werden.
Die Überschrift nennt den Namen, die Amtsangaben sagen, wer spricht
Lesen wir zunächst genau, was die beiden Schriftarten am Anfang mitteilen. Die folgenden Umschriften verwenden gebräuchliche vereinfachte chinesische Druckzeichen. Schrägstriche kennzeichnen die Spaltenwechsel der Handschrift, keine Satzzeichen. In den Bildern bleiben die historischen Formen sichtbar: So entspricht 赐 dem Zeichen 賜, „verleihen“; 龙 dem Zeichen 龍, „Drache“, als Teil des Namens Longxing; 师 dem Zeichen 師, „Lehrer“; 阁 dem Zeichen 閣, „Pavillon“; 铜 dem Zeichen 銅, „Kupfer“; 铸 dem Zeichen 鑄, „gießen“; 钱 dem Zeichen 錢, „Geld“; und 寿 dem Zeichen 壽, „Langlebigkeit“. Die Druckzeichen helfen, die Schriftstellen zu finden, ohne deren genaue Gestalt nachzubilden. Jede Spalte wird von oben nach unten gelesen, die Spaltenfolge von rechts nach links.
Überschrift in Siegelschrift:
大元敕/赐龙兴/寺大觉/普慈广/照无上/帝师碑
„Stele im Kloster Longxing unter der Großen Yuan-Dynastie, auf kaiserlichen Befehl zum Gedenken an den unübertrefflichen Kaiserlichen Lehrer von Großem Erwachen, Allumfassendem Mitgefühl und Weitreichender Erleuchtung errichtet.“
Wiederholter Titel in Regelschrift:
大元敕赐龙兴寺大/觉普慈广照无上帝/师之碑
„Stele im Kloster Longxing unter der Großen Yuan-Dynastie, auf kaiserlichen Befehl zum Gedenken an den unübertrefflichen Kaiserlichen Lehrer von Großem Erwachen, Allumfassendem Mitgefühl und Weitreichender Erleuchtung errichtet.“ Das zusätzliche 之 bezeichnet das Genitivverhältnis; es ändert nicht, wem die Stele gewidmet ist.
敕赐, „auf kaiserlichen Befehl verliehen“, verweist auf eine kaiserliche Verleihung; der Beginn der Inschrift erläutert, dass Danba den Ehrentitel postum erhielt. 龙兴寺 ist das Kloster Longxing; 大觉普慈广照无上帝师 ist der vollständige Ehrentitel des hier Gewürdigten. Zusammen nennt der Titel die Stele im Kloster und den vom Yuan-Hof geehrten Mann. Er besagt nicht einfach, der Kaiser habe dem Kloster einen Stein geschenkt. Die Überschrift selbst enthält den Namen 胆巴, „Danba“, nicht. Erst der folgende Text erklärt, wer dieser Lehrer war.
Die Siegelschrift hält die Wortgruppen des Ehrentitels nicht jeweils in einer Spalte zusammen. 寺大觉, „Kloster / großes Erwachen“, 普慈广, „allumfassendes Mitgefühl / weitreichend“, und 照无上, „Erleuchtung / unübertrefflich“, werden durch die Anordnung von je drei Zeichen getrennt und weitergeführt. Zunächst sehen wir sechs annähernd gleich hohe Spalten großer Zeichen. Diese Gleichmäßigkeit gehört zur Zeichenanzahl und zum Spaltenbau; sie entspricht nicht ohne Weiteres einer Gliederung des Satzsinns.
Betrachten wir 帝师碑, „Stele des Kaiserlichen Lehrers“, in der äußersten linken Spalte der großen Siegelüberschrift. Jedes Zeichen hat lange abwärtsführende Linien, doch diese verbinden sich nicht mit dem nächsten Zeichen zu einem durchgehenden Strich. Oben stehen bei 帝, „kaiserlich“, ein waagerechter Strich und mehrere darunter auseinanderlaufende lange Linien; in der Mitte verbindet 師, „Lehrer“, eine rund gebogene linke mit einer geraderen rechten Seite; unten entfaltet sich 碑, „Stele“, nach unten. Jedes Zeichen ordnet andere weiße Flächen an. Die annähernd gleich dicken Linien machen es leichter zu sehen, wie sie umschließen und teilen. Das Innere eines Zeichens ist keine vollständig schwarz ausgefüllte Fläche.
Die Wiederholung in Regelschrift zieht das Lesen enger zusammen. 大元敕赐龙兴寺大 reicht in der ersten Spalte vom oberen bis zum unteren Rand; 覺普慈廣照無上帝 setzt den Titel in der Nachbarspalte fort; das abschließende 師之碑, „Stele des Lehrers“, braucht nur drei Positionen. Diese Spalten enthalten den oben vollständig übersetzten Titel, auch wo ihre Grenzen Wortgruppen auseinanderlegen. In der letzten Spalte steht 師, „Lehrer“, oben; 之, die Genitivpartikel, öffnet sich von einem schmaleren Oberteil nach rechts unten; 碑, „Stele“, fügt seinen linken Bestandteil 石, „Stein“, und die rechte Hälfte zu einem dichteren Gefüge. Der leere Abschnitt unter den drei Zeichen lässt den Titel auf dem Papier sichtbar innehalten.
Erst danach folgen Name, Ämter und Würden des Autors:
集贤学士资德大/夫臣赵孟頫奉/敕撰并书篆
„Euer Diener Zhao Mengfu, Akademiker der Jixian-Akademie (Akademie der versammelten Würdigen) und Großwürdenträger zur Förderung der Tugend (Zide), hat auf kaiserlichen Befehl den Text verfasst und sowohl den Haupttext als auch die Überschrift in Siegelschrift geschrieben.“ Genannt werden seine gelehrten und amtlichen Titel sowie die dem Kaiser gegenüber ehrerbietige Selbstbezeichnung 臣, „Euer Diener“. 大夫, „Großwürdenträger“, ist über zwei Spalten verteilt. Das 大 am Ende der einen und das 夫 am Anfang der nächsten dürfen nicht als zwei verschiedene Ämter gelesen werden.

Die Autorenangabe ist nicht zu einer winzigen Randbemerkung verkleinert. Sie bleibt deutliche, gewichtige Regelschrift. Ihre drei Spalten beginnen jedoch jeweils etwa eine Zeichenposition tiefer: Über 集, dem Anfang von „Jixian“, über 夫, das „Großwürdenträger“ vervollständigt, und über 敕, „kaiserlicher Befehl“, hier als 勅 geschrieben, bleibt Papier frei. Das unmittelbar folgende 皇, „kaiserlich“, als erstes Zeichen des Haupttextes kehrt wieder an den oberen Rand zurück. Noch bevor wir jedes Wort gelesen haben, sehen wir unterschiedliche Ausgangshöhen für Titel, Identität des Autors und Haupttext.
In der ersten Spalte der Amtsangaben, 集贤学士资德大, stehen die komplexen Zeichen 集, „versammeln“, 賢, „würdig“, und 學, „Lernen“, aus Akademiename und Gelehrtentitel neben den einfacheren 士, „Gelehrter“, und 大, „groß“. Bei 士, dem vierten Zeichen von oben, durchquert eine Senkrechte zwei Waagerechte; die obere reicht nach beiden Seiten hinaus. Weiter unten sammelt 德, „Tugend“, wieder viele kurze Striche. Das abschließende 大 öffnet sich erneut mit zwei Diagonalen. Die Richtung der Spalte bleibt erhalten, während sich fortwährend ändert, wie das Schwarz das Papier besetzt. Der tiefere Beginn macht eine Rang- oder Rollenunterscheidung sichtbar; das Zusammenziehen und Öffnen innerhalb der Zeichen gibt dieser Unterscheidung weiterhin Formen, die sich aus der Nähe betrachten lassen.
Acht Zeichen hintereinander ergeben keine acht gleichen Blöcke
Nach dem Beginn der Erzählung enthalten viele benachbarte Spalten jeweils acht Zeichen, deren obere und untere Grenzen nahe beieinander liegen. Über die Rolle zieht sich ein deutlich sichtbares Linienraster. Seine feinen Linien weisen Positionen zu, ohne den äußeren Umriss jedes Zeichens auf ein Quadrat zuzuschneiden.
Sehen wir uns den Bericht über die Figur des Bodhisattva des Großen Mitgefühls im Kloster Longxing an. Damit 铸钱, „Münzen gießen“, 复造, „neu anfertigen“, 七十三尺, „dreiundsiebzig chi“, und 大阁三重, „ein großer dreigeschossiger Pavillon“, ihren vollständigen Zusammenhang bekommen, folgt zunächst die ganze Passage. Die Interpunktion ist modern ergänzt, die Zeichen stehen in gebräuchlichen Druckformen; die Anordnung bildet nicht die Spalten der Handschrift nach:
龙兴寺建于隋世,寺有金铜大悲菩萨像。五代时,契丹入镇州,纵火焚寺,像毁于火,周人取其铜以铸钱。宋太祖伐河东,像已毁,为之叹息。僧可传言,寺有复兴之谶。于是为降诏复造其像,高七十三尺,建大阁三重以覆之。旁翼之以两楼,壮丽奇伟,世未有也。
Das Kloster Longxing wurde zur Zeit der Sui gegründet. Es besaß eine vergoldete Kupferfigur des Bodhisattva des Großen Mitgefühls. In der Zeit der Fünf Dynastien drangen die Kitan in Zhenzhou ein und steckten das Kloster in Brand. Die Figur wurde im Feuer zerstört, und die Leute der damaligen Zhou-Dynastie nahmen ihr Kupfer, um Münzen zu gießen. Als Taizu der Song gegen Hedong zu Felde zog, war die Figur bereits zerstört, und er beklagte ihren Verlust. Der Mönch Kechuan sagte, es gebe eine Weissagung über das Wiederaufleben des Klosters. Daraufhin erging ein kaiserlicher Erlass, die Figur mit einer Höhe von dreiundsiebzig chi neu anzufertigen und einen großen dreigeschossigen Pavillon als Schutz darüber zu errichten. Zwei Turmbauten flankierten ihn. Seine Pracht und außergewöhnliche Größe hatten in der Welt nicht ihresgleichen.
Die Passage erzählt, dass das unter den Sui gegründete Kloster ursprünglich eine Kupferfigur des Bodhisattva des Großen Mitgefühls besaß. Krieg und Feuer zerstörten in der Zeit der Fünf Dynastien Kloster und Figur, das Kupfer wurde anschließend für Münzen verwendet. Taizu der Song beklagte den Verlust; der Mönch Kechuan sprach von einer Weissagung über die Erneuerung. Der Hof befahl daraufhin eine neue, dreiundsiebzig chi hohe Figur, einen dreigeschossigen Pavillon darüber und flankierende Gebäude. Chi ist eine historische Längeneinheit; das Maß bleibt ohne moderne Umrechnung stehen. Wir geben hier die Klostergeschichte so wieder, wie die Inschrift sie erzählt, und behandeln die erwähnte Weissagung nicht als unabhängig bestätigte Tatsache.

Suchen Sie in Abbildung 3 die Spalte 十三尺建大閣三重. Oben durchquert die lange Waagerechte von 十, „zehn“, den senkrechten Strich; ringsum bleibt viel Weiß. Beim folgenden 三, „drei“, sind die drei Waagerechten weder gleich lang und dick noch gleich weit voneinander entfernt. Weiter unten öffnet die schräge Ausdehnung von 尺, der Maßeinheit chi, den Raum rechts unten. 建, „bauen“, verbindet ein von Wendungen geprägtes Inneres mit einem nach rechts ausgreifenden Schlussstrich; 大, „groß“, spannt seinen unteren Teil mit zwei Diagonalen auf. Darunter umschließt bei 閣, „Pavillon“, ein äußerer Rahmen die kurzen inneren Striche: Schwarz und Weiß wechseln zu einer enger ineinanderliegenden Anordnung.
Die Größe dieser Zeichen wächst nicht gleichmäßig mit der Anzahl ihrer Striche. 閣 hat viele, verdrängt aber seine Nachbarn oberhalb und unterhalb nicht. 十 hat wenige, fällt jedoch trotz des vielen umgebenden Weiß nicht aus der Reihe. In vergleichbaren Zeichenpositionen steckt das einfache Zeichen mit längeren Strichen seinen Umfang ab, während das komplexe mehr Einzelheiten in einem dichteren Inneren unterbringt. So kann der Blick an der Spalte hinabwandern und zugleich fortwährend anders in einem Zeichen verweilen.
Die beiden 三, „drei“, in derselben Spalte haben unterschiedliche Nachbarschaften. Das obere folgt auf 十, „zehn“, und bildet mit ihm „dreizehn“. Das untere steht zwischen 閣, „Pavillon“, und 重, „Geschosse“, wo bereits viel mehr Tusche die Umgebung füllt. Wer nur die drei waagerechten Striche betrachtet, vergisst leicht das jeweilige Papierfeld, dem sie gegenüberstehen.
Rechts zeigt die Spalte 取其銅以鑄錢宋太, „nahmen ihr Kupfer, um Münzen zu gießen / Song Tai…“, einen ähnlichen Wechsel. 銅, „Kupfer“, 鑄, „gießen“, und 錢, „Münzen“, sammeln viele kurze Striche im linken Metallbestandteil und in ihren rechten Hälften. Dazwischen, genauer zwischen den ersten beiden, lässt 以, „um zu“, eine deutliche Öffnung. Das abschließende 太, „groß“, ein Teil des Kaisernamens Taizu, streckt längere Diagonalen aus. Wer den Abschnitt nur „regelmäßig“ nennt, erfasst die grobe Spaltenordnung. Erst die verschiedenen Breiten und Innenräume zeigen, warum diese Ordnung keine Folge identischer schwarzer Quadrate wird.
Der traditionelle Begriff 结体, jieti, „Zeichenbau“, lässt sich hier konkret verorten: wie Striche einander Platz lassen, wie eine dichte und eine offene Seite miteinander auskommen, wo ein ausgreifender Strich vor dem Nachbarzeichen endet. 章法, zhangfa, „Komposition“, stellt die Zeichen wieder in ihre Spalten, in Titel und Amtsangaben und in die gesamte Rolle zurück. Beide Betrachtungsweisen schließen aneinander an, ohne dass wir zunächst jedem Strich ein psychologisches Wort zuordnen müssen.
Im Lobgedicht wird eine Verszeile auf zwei Spalten verteilt
Nach der Erzählung geht die Inschrift zu einem Lobgedicht in Versen mit je fünf Zeichen über. Es preist Danbas religiöse Übung und schützende Kraft und wünscht dem Kaiserhaus und den Lebewesen Segen. Hier folgt der betrachtete Schlussabschnitt. Die Anordnung in fünfzeichigen Versen erleichtert das Verständnis; sie gibt nicht die Spalten der Handschrift wieder:
法力所护持,国土保安静。
皇帝皇太后,寿命等天地。
王宫诸眷属,下至于含生。
归依法力故,皆证佛菩提。
成就众善果,获无量福德。
臣作如是言,传布于十方。
下及未来世,赞叹不可尽。
Beschützt durch die Kraft des Dharma
möge das Land in Frieden und Ruhe bleiben.
Mögen Kaiser und Kaiserinwitwe
so lange leben wie Himmel und Erde.
Von allen Angehörigen des Herrscherhauses
bis hinab zu jedem lebenden Wesen:
Weil sie Zuflucht zur Kraft des Dharma nehmen,
mögen alle das Erwachen des Buddha verwirklichen,
alle guten Früchte zur Vollendung bringen
und unermesslichen Segen und Verdienst gewinnen.
Ich, Euer Diener, verfasse diese Worte,
um sie in den zehn Richtungen zu verbreiten,
bis in die kommenden Weltzeiten,
mit Lob, das sich niemals erschöpfen kann.
Der Abschnitt bittet darum, dass die Kraft der buddhistischen Lehre das Land in Frieden bewahrt und Kaiser und Kaiserinwitwe so lange leben lässt wie Himmel und Erde. Vom Hofhaushalt bis zu allen lebenden Wesen sollen durch die Zuflucht zum Dharma Erwachen, gute Früchte und Segen möglich werden. Der Diener des Kaisers schreibt diese Worte, damit sie sich in alle Richtungen verbreiten und der Lobpreis bis in die Zukunft anhält. 十方, „die zehn Richtungen“, bezeichnet im buddhistischen Zusammenhang sämtliche Weltgegenden; 含生 meint Wesen, die Leben besitzen.

Die Handschrift stellt die fünf Zeichen 皇帝皇太后, „Kaiser und Kaiserinwitwe“, nicht in dieselbe Spalte. Zuerst endet 國土保安靜, die fünf Zeichen für Frieden und Ruhe des Landes; darunter bleibt eine leere Fläche. In der nächsten Spalte steht nur 皇帝, und darunter ist noch mehr frei. Die folgende beginnt mit 皇太后 und setzt sich mit 壽命等天地, „ein Leben so lang wie Himmel und Erde“, bis zum unteren Rand fort. Eine vollständige fünfzeichige Verszeile wird auf zwei und drei Positionen verteilt; ihr zweiter Teil schließt sich zudem mit dem nächsten Vers zusammen.
Diese Leere lässt „Kaiser“ und „Kaiserinwitwe“ jeweils oben beginnen und führt die Titel feierlich einzeln auf. Die zeremonielle Rangordnung des Textes erhält damit sichtbare Plätze. 皇帝 fällt hier nicht durch größere Zeichen oder schwärzere Tusche auf. Darunter steht kaum weitere Tusche, die unsere Aufmerksamkeit ablenken könnte; die lange Nachbarspalte macht den freien Bereich noch deutlicher.
Innerhalb von 皇太后壽命等天地 besteht zugleich eine andere Abstufung. 壽, „Langlebigkeit“, an vierter Stelle von oben, sammelt zahlreiche Waagerechte und Wendungen zu einer dichten Stelle. Direkt darunter gibt die lange mittlere Senkrechte von 命, „Leben“, eine klare Richtung nach unten vor. Es folgt 等, „gleich“; dann öffnet 天, „Himmel“, seine Diagonalen, und das abschließende 地, „Erde“, stellt zwei Bestandteile nebeneinander. Die achtzeichige Spalte spricht den Segenswunsch vollständig aus, ohne jede Position mit derselben Gestalt zu füllen.
Für mich bleibt gerade deshalb so viel an dieser Rolle zu sehen, weil diese Beziehungen auf verschiedenen Maßstabsebenen gleichzeitig bestehen können. Aus der Entfernung sind Überschrift, Amtsangaben und Haupttext als unterschiedliche Ebenen erkennbar. Aus der Nähe werden die Öffnungen und Schließungen in den Zeichen nicht von dieser Ordnung verschluckt. Folgen wir den Worten, überschreiten Sätze wiederum Felder und Spalten. Diese Klarheit entsteht aus vielen konkreten Unterschieden. Mit dem Satz „Die Zeichen sind sehr ordentlich geschrieben“ ginge ein großer Teil davon verloren.
Nach dem „Errichten des Steins“ stehen noch andere Hände auf dem Papier
Das Lobgedicht endet mit 赞叹不可尽, „das Lob kann sich nicht erschöpfen“. Die letzten beiden Zeichen 可尽 (geschrieben 可盡), „kann sich erschöpfen“, stehen oben in einer eigenen Spalte; darunter folgt kein weiterer Lobtext. Danach erscheinen 延祐三年, „drittes Jahr Yanyou“, und 月, „Monat“, mit einer Lücke dazwischen. Schließlich bilden 立石, „den Stein errichten“, nochmals eine eigene kurze Spalte.

立石 benennt die Handlung, auf die der Inschrifttext hinweist, und doch liegt vor uns weiterhin eine Papierrolle. Sie zeigt uns die handschriftliche Gestalt der Inschrift, ohne dass Steinoberfläche und Abreibung zwischen uns und den Zeichen liegen. Manche Tuscheränder laufen spitz aus, andere Wendungen sind runder und kräftiger. Linienraster, Titel und Abstände zwischen den Texten bleiben zusammen mit den Tuschespuren in demselben Bild sichtbar.
Die dicht gedrängten kleinen Zeichen links stammen bereits von einem anderen Schreiber. Mit 吳興書此碑…, „Wuxing schrieb diese Stele…“, beginnt ein Kommentar zum Werk; weiter links schließen sich Kolophone, also nachträglich angefügte Kommentare, weiterer Personen an. Das Palastmuseum nennt unter den Verfassern der Qing-Zeit Yao Yuanzhi, Yang Xian und Li Hongyi. Ihre Texte helfen zu verstehen, wie spätere Betrachter Zhao Mengfus Schrift sahen. Man darf sie aber nicht an sein 立石 anschließen, als wären sie von derselben Hand ohne Unterbrechung weitergeschriebener Haupttext.
Vom Anfang bis hier erfüllen Siegelüberschrift, wiederholter Titel in Regelschrift, Amtsangaben, Inschrifttext, Datierung und spätere Kolophone jeweils andere Aufgaben. Die gemeinsame Montierung zu einer Rolle hat ihre Unterschiede nicht aufgehoben. Kehren wir nun an den Anfang zurück, sind die beiden Titel mehr als eine Wiederholung. Der erste schafft mit sechs Spalten großer Zeichen einen feierlichen Eingang; der zweite überführt den Namen in den kleineren Maßstab der Regelschrift. Erst danach beginnen Amtsangaben und Erzählung jeweils auf ihre Weise.
Die Schönheit der Schriftrolle zur Danba-Stele muss nicht darauf warten, dass ein Zeichen die Ordnung des Ganzen durchbricht. Sie liegt bereits in einem lockeren 十, „zehn“, einem dichten 閣, „Pavillon“, den tiefer ansetzenden Amtsangaben und einer plötzlich verkürzten Spalte. Das Papier unterscheidet Plätze und bewahrt Unterschiede. Auch nachdem wir die Inschrift verstanden haben, können wir noch betrachten, wie jedes Zeichen seinen Ort findet, ohne den anderen gleich zu werden.
Optionale weitere Lektüre: die Texte erkennen und ihre Plätze betrachten
Kehren Sie zu Abbildung 2 zurück und bestimmen Sie zunächst nur drei Dinge: Wo steht der Titel, wo die Autorenangabe, und wo beginnt der Haupttext? Wer die Wörter versteht, kann diese Aufgabe schnell erledigen.
Fragen Sie dann für einen Augenblick nicht mehr, was die jeweiligen Textgruppen mitteilen, sondern folgen Sie ihren oberen Rändern. Die drei Titelspalten setzen weit oben an; die drei Spalten der Amtsangaben rücken nach unten; 皇, der Anfang von „Kaiser“ im Haupttext, kehrt nach oben zurück. Sehen Sie dann weiter hinab: Unter 師之碑, „Stele des Lehrers“, bleibt Papier frei; die Spalten der Amtsangaben enden auf unterschiedlichen Höhen, und auch die freien Stellen des Haupttextes sind nicht gleich. Das Wissen um den Zweck der Texte hat uns das Betrachten ihrer Höhen und Längen nicht abgenommen.
In „As the Light Fades, the Garden Appears Differently“, sinngemäß „Wenn das Licht schwindet, erscheint der Garten anders“, habe ich darüber geschrieben, wie die Farbe auch dann noch Aufmerksamkeit verdient, wenn wir eine blaue Blume bereits erkannt haben. Die „Schönheit der Wahrnehmung“ von SAE, Self-as-an-End, kann uns hier zum Papier zurückführen, nachdem die Wörter ihre Information übermittelt haben. Die Amtsangaben sind mehr als ein Mittel, „mir zu sagen, wer der Autor ist“. Sie haben einen tieferen Beginn, mehrere Arten von weißen Innenräumen und einen bestimmten Abstand zum benachbarten Titel. Der verlinkte vollständige Essay ist auf Englisch verfügbar; es gibt auch das chinesische Original.
Dafür müssen wir Zeremoniell und Gebrauch nicht vergessen. Wer weiß, was 臣, „Euer Diener“, und 奉敕, „auf kaiserlichen Befehl“, bedeuten, kann Positionsunterschiede leichter bemerken. Doch wenn die Erklärung eines Zwecks endet, ist die Form nicht aufgebraucht. Die Titel Titel bleiben zu lassen und zugleich die Höhe einer einzigen Zeichenposition deutlich vor Augen treten zu lassen, eröffnet bereits eine Betrachtung, bei der es sich lohnt, ernsthaft zu verweilen.
Hinweise zu Bildern und Text einschließlich Maßen und Bildverarbeitung
Dieser Essay beruht auf der genauen Betrachtung der öffentlich zugänglichen hochauflösenden Digitalbilder des Palastmuseums, nicht auf einer Besichtigung des Originals. Fotografie und Bildschirm beeinflussen Papierfarbe, Tuschefarbe und Größenwahrnehmung. Verglichen werden vor allem Zeichenformen, Striche und Abstände innerhalb desselben Bildes.
- Betrachtet wird 赵孟頫楷书帝师胆巴碑卷, „Zhao Mengfus Schriftrolle mit der Steleninschrift für den Kaiserlichen Lehrer Danba in Regelschrift“, Tusche auf Papier, im Palastmuseum, Inventarnummer 新00153386. Siegelüberschrift, Inschrift in Regelschrift und spätere Kolophone werden als verschiedene Schichten unterschieden. „Stele“ ist ein Teil des üblichen Werknamens; dieses Objekt wird nicht als Steininschrift oder Abreibung verzeichnet.
- Die Beschreibung der Sonderausstellung des Museums von 2017 nennt 33,6 Zentimeter Höhe und 563 Zentimeter Breite. Aus dem Seitenverhältnis des Digitalbildes werden keine gesonderten Maße für Haupttext, Montierung oder spätere Kolophone abgeleitet. Auch die andernorts im Netz genannten Längen von 166 oder 400 Zentimetern werden nicht auf dieselbe Katalogeinheit übertragen.
- Die Siegelüberschrift enthält achtzehn Zeichen in sechs Dreierspalten; der wiederholte Titel in Regelschrift neunzehn Zeichen in Spalten mit acht, acht und drei. Hinzu kommt 之, die Genitivpartikel. Gebräuchliche Druckformen dienen als Lesehilfe, nicht als Faksimile der Handschrift. 敕, „kaiserlicher Befehl“, erscheint im Bild als 勅. Wo hier 隋, der Name der Sui-Dynastie, steht, gibt das Museum 陏 wieder. Die zitierten Prosapassagen sind mit moderner Interpunktion versehen.
- In 延祐三年……月立石, „der Stein errichtet im […] Monat des dritten Jahres Yanyou“, gibt es auf dem Papier tatsächlich eine Lücke vor 月, „Monat“. Das Museum transkribiert □月. Es wird kein konkreter Monat aus einer anderen Zeittafel eingesetzt. Ebenso wird das Datum des „Errichtens des Steins“ nicht ohne Beleg mit dem genauen Tag oder Zeitpunkt der Niederschrift gleichgesetzt.
- Die fünfzeichigen Verszeilen helfen, das Lobgedicht zu verstehen; die Handschrift setzt aber nicht jeden Vers in eine eigene Spalte. Die Auszüge enthalten die vollständige hier besprochene Klostergeschichte und den vollständigen besprochenen Schlussteil des Lobgedichts, jeweils mit vollständiger deutscher Übersetzung. Die ganze Inschrift ist auf der Werkseite des Museums transkribiert.
- Die fünf Detailbilder wurden aus den öffentlichen DeepZoom-Kacheln des Museums an deren Originalkoordinaten rekonstruiert und anschließend rechteckig ausgeschnitten; benachbarte Spalten bleiben erhalten. Beigefügt sind eine Gesamtansicht zur Orientierung und ein fortlaufender Index in sechs Bildstreifen. Die Bearbeitung beschränkte sich auf das Zusammensetzen der Kacheln, das Entfernen doppelter Kachelränder, proportionale Verkleinerung und JPEG-Kodierung. Es wurden keine Striche ergänzt oder Zeichen verändert, keine Siegel entfernt, keine Schärfung oder Farbänderung vorgenommen und keine Schrift mit KI erzeugt. Ausschnittgrenzen und SHA-256-Prüfsummen stehen im beigefügten Bildverzeichnis.
- Die Abbildungen wurden ursprünglich mit einem lokalen Prüfungspaket bereitgestellt und werden hier nun zur Besprechung des Werks verwendet. Eine zusätzliche schriftliche Genehmigung des Museums zur Wiederveröffentlichung wurde nicht eingeholt. Namensnennung und offizielle Links ersetzen keine Erlaubnis. Die vollständige Erklärung steht unter Genehmigungen und Bildnachweise.
Gesamtansicht zur Orientierung: Rechts beginnt die Siegelüberschrift, links enden die späteren Kolophone. Fortlaufender Index in sechs Bildstreifen: Folgen Sie den nummerierten Streifen von oben nach unten; innerhalb jedes Streifens liest man von rechts nach links und in jeder Spalte abwärts. Die Zahlen bezeichnen Streifen und Bildkoordinaten, keine historischen Daten oder physischen Maße. Der Index bewahrt die ursprüngliche Abfolge von der Siegelüberschrift bis zu den späteren Kolophonen.
Weitere Bilder und Lektüre
- Palastmuseum: Zhao Mengfus Schriftrolle zur Danba-Stele: Beschreibung des Objekts in Tusche auf Papier, Transkription, Kolophone und Bildzugang, auf Chinesisch.
- Palastmuseum: hochauflösender Bildbetrachter der Rolle: vergrößerbare Ansichten von Siegelüberschrift, Haupttext und späteren Kolophonen.
- Nutzungsbedingungen der Website des Palastmuseums: Bedingungen für die Nutzung der Website-Materialien; die Bilder in diesem Paket gewähren keine neue Veröffentlichungserlaubnis.
- Han Qin, „As the Light Fades, the Garden Appears Differently“: vollständige englische Fassung des Essays, auf den die optionale Lektüre Bezug nimmt; auch das chinesische Original ist verfügbar.