Non Dubito
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NON DUBITO · Kalligrafie · Chinesische Kalligrafie

Deng Shirus Xunzi-Hängerolle: Wie feine Linien den leeren Raum verlängern

Die obere Hälfte von 曰, „sagte“, besteht fast nur aus zwei langen, einander gegenüberstehenden Linien.

In diesem Essay

Die obere Hälfte von 曰, „sagte“, besteht fast nur aus zwei langen, einander gegenüberstehenden Linien. Die Querstriche sitzen weiter unten. So wird ein hoher Streifen unbeschriebenen Papiers in das Zeichen hineingenommen. Es besetzt ein deutliches Feld, ohne dieses mit vielen Strichen zu füllen.

Suchen wir 曰 in der mittleren Spalte der folgenden Abbildung: Darüber steht 子, das zweite Zeichen von 弟子, „Schüler“, darunter 試, „versuchen“. Die Linien von 子 sammeln sich oben, bevor eine lange Kurve nach unten führt. Bei 試 schichten sich links kurze Striche, während rechts mehr Raum offen bleibt. Drei benachbarte Zeichen geben dem Blick drei unterschiedliche innere Strecken. Die feinen Linien lassen die Spalte keineswegs schwächlich wirken.

In der mittleren Spalte stehen von oben nach unten 子曰試注; die Nachbarspalten bleiben erhalten
Abbildung 1. Ausschnitt aus der vierten bis sechsten Spalte, vom rechten Rand des Gesamtwerks gezählt. Jede Spalte wird abwärts, die Spaltenfolge von rechts nach links gelesen. In der Mitte steht 子曰試注, ein Teil von „Der Meister wandte sich an seine Schüler und sagte: Versucht, Wasser hineinzugießen“. Links: 覆夫子喟, „umstürzen / der Meister seufzte“; rechts: 君以為至, aus „der weise Herrscher betrachtete es als höchste Mahnung“. Das ursprüngliche Raster und die Nachbarspalten sind erhalten. Sammlung des Palastmuseums, Peking; Ausschnitt aus dessen hochauflösender Aufnahme. Offizielle GroßansichtBilder auf der Werkseite des Museums ansehen ↗

Am meisten zieht mich an dieser Siegelschrift an, wie eine Linie den Raum im Zeichen länger, schmaler oder an einer Biegung wieder offen werden lässt. Die Striche sind relativ fein, viele Zeichen länglich. Das von der Tusche umgebene Papier tritt deshalb besonders deutlich hervor. Komplexe Zeichen sammeln kurze Linien; einfache übertragen wenigen langen Linien die Höhe der ganzen Form. Nebeneinander bewahren beide die Streckung nach unten.

Das Palastmuseum in Peking verzeichnet diese Hängerolle auf Papier als 邓琰篆书荀子宥坐篇轴, „Deng Yan: Das Kapitel Youzuo des Xunzi in Siegelschrift“. Deng Yan ist Deng Shiru (1743–1805), ein Kalligraf der mittleren Qing-Zeit, besonders bekannt für Siegel- und Kanzleischrift. Yan war sein ursprünglicher persönlicher Name. Später verwendete er seinen Gelehrtennamen Shiru, um das Namenstabu des Jiaqing-Kaisers zu achten. Er gehörte zu den wichtigen Vertretern des erneuten Interesses an alten Inschriften. Dieses frühere Werk verbindet das Museum noch mit der Qin-Inschrift am Berg Yi und der Siegelschrift des Tang-Kalligrafen Li Yangbing. Die Rolle trägt die Signatur „Deng Yan“, aber kein Datum. Wir betrachten genau diese 117 × 74 cm große Tuschehandschrift. Objektbeschreibung des Palastmuseums, chinesisch

Eine lange Linie in ihr Zeichen zurückstellen

Lesen wir die Geschichte noch nicht zu Ende, sondern zunächst den Anfang 孔子, Konfuzius. 孔, Kong, steht oben in der äußersten rechten Spalte; darunter folgt 子, die ehrende Bezeichnung „Meister“. Beide besitzen oben gerundete Umschließungen und unten eine längere Kurve. 孔 fügt rechts einen langen Bogen hinzu, der beim Absteigen ausschwingt. Dadurch wird aus dem stärker zusammengefassten Weiß von 子 ein Raum aus zwei einander gegenüberliegenden Bereichen.

Die ersten vier Zeichen dreier Spalten: rechts 孔子觀於, mittig 守者此謂, links 子曰吾聞
Abbildung 2. Rechte obere Ecke. Rechts: 孔子觀於, „Konfuzius betrachtete“; mittig: 守者此謂, „der Hüter / dies nennt man“; links: 子曰吾聞, „der Meister sagte: Ich habe gehört“. Gezeigt werden nur Spaltenanfänge. Für die fortlaufende Lektüre ist das Gesamtbild nötig. Die gedruckten Zeichen helfen beim Wiederfinden; sie bilden die Siegelformen nicht nach. Sammlung des Palastmuseums, Peking; Ausschnitt aus dessen hochauflösender Aufnahme. Offizielle GroßansichtBilder auf der Werkseite des Museums ansehen ↗

Beim dritten Zeichen der rechten Spalte, 觀, „betrachten“ (vereinfacht 观), ändert sich die Anordnung. Links häufen sich kurze Querstriche und Biegungen; rechts oben liegt eine weitere Umschließung. Rechts unten öffnet sich dagegen nur eine längere Kurve nach außen. Viele Bestandteile bleiben oben, darunter entstehen einsehbare Lücken. Die Teile sind nicht sämtlich gleichmäßig in die Länge gezogen.

聞, „hören“ (闻), unten in der linken Spalte, findet eine andere Lösung. Zwei längere Seiten umgeben kürzere Striche in der Mitte; unter diesen bleibt Raum frei. Am Umriss erkennen wir zunächst nur ein hohes Zeichen. Erst der Weg durch sein Inneres zeigt, dass kurze Striche und lange Ränder diese Höhe gemeinsam herstellen.

Auch bleiben die feinen Linien nicht überall gleich stark. Der rechte Bogen von 孔 verändert im Abwärtsbiegen seine Breite und endet spitzer. Der lange Abstrich von 子 besitzt ebenfalls vollere und feinere Stellen. Die Veränderungen verwandeln die Linie nicht in eine Folge dunkler Tuscheballungen, machen aber ihre Richtung deutlich. Das Museum ordnet das Werk der traditionellen „Jadestäbchen-Siegelschrift“, 玉箸篆, mit ihren feinen, runden und vergleichsweise gleichmäßigen Strichen zu. Trotzdem muss jeder Abschnitt angesehen werden. „Gleichmäßig“ kann nicht jedes einzelne Linienende erklären.

Ein langer Strich fügt nicht allein Schwarz hinzu. Verlängern sich zwei Linien, wächst auch das Weiß dazwischen; schwingt ein Bogen nach außen, wird der benachbarte Raum breiter. Bei diesen länglichen Siegelformen lassen sich Schwarz und Weiß kaum als aufeinanderfolgende Vorgänge betrachten. Der Verlauf einer Linie bestimmt zugleich die Räume auf beiden Seiten.

Was auf der Rolle steht

Der Text erzählt, wie Konfuzius ein kippendes Gefäß betrachtet. Leer neigt es sich; mäßig gefüllt steht es aufrecht; ganz gefüllt kippt es um. Ein Schüler fragt daraufhin, wie jemand, der bereits viel besitzt, diesen Zustand bewahren kann, ohne zu stürzen. Die Geschichte führt vom Gefäß zur menschlichen Selbstbegrenzung.

Es folgt der vollständige Text nach dieser Rolle und der Museumstranskription, in vereinfachten Druckzeichen mit moderner Zeichensetzung. Die Absätze entsprechen nicht den kalligrafischen Spalten. Der Titel folgt dem Katalog, der Wortlaut dieser konkreten Rolle. Eine verbreitete Druckfassung des Xunzi wird ihr nicht nachträglich untergeschoben.

孔子观于鲁桓公之庙,有欹器焉。问于守者:“此谓何器?”对曰:“此盖宥坐之器。”孔子曰:“吾闻宥坐之器,虚则欹,中则正,满则覆。明君以为至诫,故常置之于坐侧。”顾谓弟子曰:“试注水焉。”迺注之水,中则正,满则覆。夫子喟然叹曰:“于戏!夫物有满而不覆者哉!”子路进曰:“敢问持满有道乎?”子曰:“聪明睿智,守之以愚;功被天下,守之以让;勇力振世,守之以怯;富有四海,守之以谦,则所谓损之又损之道也。”

Konfuzius sah sich im Tempel des Herzogs Huan von Lu um. Dort stand ein kippendes Gefäß. Er fragte den Hüter: „Wie nennt man dieses Gefäß?“ Dieser antwortete: „Es ist wohl ein Gefäß, das man zur Mahnung neben den Sitz stellt.“ Konfuzius sagte: „Ich habe gehört, dass ein solches Gefäß sich leer neigt, bei mäßiger Füllung gerade steht und voll umkippt. Ein weiser Herrscher betrachtet es als höchste Mahnung und stellt es deshalb immer neben seinen Sitz.“ Er wandte sich zu den Schülern: „Versucht, Wasser hineinzugießen.“ Sie gossen Wasser hinein: Mäßig gefüllt stand es gerade; voll kippte es um. Der Meister seufzte tief: „Ach! Gibt es denn etwas, das voll wird und nicht umstürzt?“ Zilu trat vor: „Darf ich fragen, ob es einen Weg gibt, die Fülle zu bewahren?“ Der Meister antwortete: „Klugheit und Einsicht bewahre, indem du deine Klugheit nicht zur Schau stellst; Verdienste, die die ganze Welt erreichen, durch Zurücktreten; Mut und Kraft, die das Zeitalter erschüttern, durch Vorsicht; den Reichtum alles Landes unter dem Himmel durch Bescheidenheit. Das ist der Weg, den man Vermindern und nochmals Vermindern nennt.“

欹 bedeutet „sich neigen“. 宥坐 bezeichnet hier einen zur Mahnung neben dem Sitz aufgestellten Gegenstand. 迺 ist eine Form von 乃, „darauf“, und 于戏 ein Ausruf. Am Ende antworten 愚, wörtlich „Torheit“, und 怯, „Furchtsamkeit“, auf Klugheit und Mut. In diesem Zusammenhang fordern sie, die Selbstüberschätzung zurückzunehmen; Unwissenheit oder Feigheit werden nicht an sich gelobt. Nach dem Text stehen Widmung und Signatur: 颐斋大人属书。邓琰, „Auf Wunsch des verehrten Yizhai geschrieben. Deng Yan.“ Die Arbeit entstand demnach auf eine Bitte hin.

Nach der Geschichte mögen „voll“ und „leer“ unseren Blick auf die Schrift lenken. Doch die Wassermenge lässt sich nicht einfach in Tuschemenge übersetzen. Das komplexe 謙, „Bescheidenheit“ (谦), wird nicht dünn besetzt, weil es Bescheidenheit empfiehlt. Das einfache 以, „mit“ oder „durch“, verliert wegen seiner großen offenen Räume nicht seinen Halt. Die Schrift hat ein eigenes konkretes Problem: Wie erhalten unterschiedliche Zeichen in ähnlich großen Feldern eine hinreichend klare Gestalt?

Wie dichte Formen ihren Raum offen halten

Drei linke Spalten: rechts 聰明睿智守, mittig 讓勇力振世, links 以謙則所謂
Abbildung 3. Drei Nachbarspalten im linken Teil. Rechts folgen 聰, „Klugheit“, 明, „Klarheit“, 睿, „Einsicht“, 智, „Weisheit“, und 守, „bewahren“. Mittig: 讓勇力振世, „Zurücktreten / Mut und Kraft erschüttern die Welt“; links: 以謙則所謂, „mit Bescheidenheit / dann das, was man nennt“. 謙 steht als zweites Hauptzeichen links, 讓, „Zurücktreten“, als erstes in der Mitte. Beide besitzen links einen ähnlichen Sprachbestandteil 言. Sammlung des Palastmuseums, Peking; Ausschnitt aus dessen hochauflösender Aufnahme. Offizielle GroßansichtBilder auf der Werkseite des Museums ansehen ↗

Suchen wir links 謙. Darüber steht 以, darunter 則, „dann“ (则). In der oberen Hälfte des rechten Bestandteils sammeln sich mehrere Querlinien; darunter fächern feine senkrechte Linien auseinander. Oben ist es dichter, doch unten bleiben die Zwischenräume lang und deutlich. Wer oben stehen bleibt, sieht leicht nur Verwickeltheit. Folgt der Blick nach unten, entdeckt er mehrere Öffnungen zum unteren Rand.

Der Sprachbestandteil 言 nimmt links einen schmalen Streifen ein, in dem kurze Querstriche und gerundete Umschließungen übereinanderstehen. Das benachbarte 讓 (让), oben in der mittleren Spalte, besitzt denselben Bestandteil, rechts aber mehr eng angeordnete Biegungen. Unten rechts fügt seine Kurve keine weiteren Schichten hinzu, sondern öffnet sich nach außen. Beide komplexen Zeichen finden eine Stelle, an der sich ihre Dichte entfalten kann.

Daraus folgt keine allgemeine Vorschrift „oben dicht, unten offen“. In der rechten Spalte stellt 明 zwei Teile nebeneinander und verlängert den rechten Bogen nach unten. Das folgende 睿 umgibt sein Inneres mit langen Außenlinien und setzt eine kleine Umschließung weiter unten hinein. 智 darunter hat links einen verlängerten Strich, rechts gewinnen übereinandergestellte Umschließungen Gewicht. Alle drei sind länglich; ihre Innenräume entstehen jedoch jeweils durch Nebeneinanderstellen, Umgeben und Schichten. Eine Zusammenfassung kann den Blick in Gang setzen. Das einzelne Zeichen bestimmt, wo er verweilen muss.

Das blasse Raster stützt diesen Vergleich. Es gibt den Nachbarzeichen einen ähnlichen Maßstab: In einem Feld bleibt eine große Öffnung, in einem anderen liegen viele schmale Zwischenräume. Beide gehören weiterhin derselben Anordnung an. Das Raster bietet eine gemeinsame Größe; der Inhalt jedes Zeichens muss Linie für Linie neu eingerichtet werden.

Auf einzelne Zeichenkarten zugeschnitten, behielten diese Formen ihre langen Striche und kleinen Öffnungen. Verloren ginge aber ein wichtiger Vergleich: Was macht das Nachbarzeichen innerhalb einer ähnlichen Höhe anders? Die obere Weite von 以, die Verzweigungen in 謙 und die absteigende Linie von 則 wechseln innerhalb einer Spalte. Das Gewicht eines Zeichens zeigt sich auch an den Formen, die es hinter sich lässt und denen es entgegengeht.

Das Gewicht feiner Linien auf einer Hängerolle

Gesamtwerk mit zehn Spalten zu je fünfzehn Zeichen, abschließend 也 sowie kleiner Widmung, Signatur und Siegeln links
Abbildung 4. Gesamtansicht. Beginn bei 孔 oben rechts, dann spaltenweise abwärts und nach links. Die ersten zehn Spalten enthalten je fünfzehn Zeichen; ganz links oben steht 也, eine satzschließende Partikel. Darunter folgen kleinere Widmungs- und Signaturzeilen sowie zwei Siegel. Einzelne Striche bitte in den Ausschnitten oder der offiziellen Ansicht prüfen. Sammlung des Palastmuseums, Peking; proportional verkleinerte Museumsaufnahme. Offizielle GroßansichtBilder auf der Werkseite des Museums ansehen ↗

Im Gesamtbild bilden die langen Linien eine gemeinsame senkrechte Tendenz. Sie verbinden die Zeichen nicht tatsächlich miteinander. Ihre Längen, die vergleichbaren Abstände und die nach unten folgenden Positionen lassen den Blick einer Spalte folgen. Quer dazu liegen die dichten Partien verschiedener Zeichen auf unterschiedlichen Höhen. Es entsteht keine Reihe gleich schwerer schwarzer Blöcke.

Eine Hängerolle lässt sich im Ganzen betrachten und aus der Nähe lesen. Die 151 Hauptzeichen sind auf zehn lange Spalten zu je fünfzehn verteilt, mit einem verbleibenden Zeichen. Der Geschichte folgen wir nacheinander von Spalte zu Spalte. Beim Betrachten der Komposition sind viele Spalten zugleich gegenwärtig. Die feinen Linien müssen sowohl die nah gesehenen Biegungen und Abstände tragen als auch der gesamten Arbeit aus größerer Entfernung Präsenz geben.

Besonders gefällt mir, dass die Dichte die Linie nicht verschluckt und der leere Raum Teil des Zeichens bleibt. 謙 hat so viele innere Wege; 曰 besetzt mit wenigen langen Linien ein hohes Feld. Jedes steht für sich und lässt zugleich den Nachbarn deutlicher hervortreten. Das Gewicht der Schrift hängt nicht allein von der mit Tusche bedeckten Fläche ab, sondern auch davon, wie viel Papier eine Linie in eine erkennbare Form hineinzieht.

Kehren wir zu 曰 in Abbildung 1 zurück. An den Seiten stehen wenige Linien, doch das Weiß dazwischen besitzt bereits eine bestimmte Höhe. Es ist mehr als eine Stelle mit „wenigen Strichen“. Die Linien haben diesen weißen Raum in die Spalte und in die Gestalt der ganzen Rolle aufgenommen.

Optionale Lektüre | Wie viel zeigt uns die Bezeichnung „längliche Siegelschrift“?

„Länglich“, „feine Linien“, „oben dicht, unten offen“ sind nützliche Beschreibungen. Mit ihnen gewinnt 謙 in Abbildung 3 rasch einen Umriss. Beim Wechsel zu 明 und 睿 muss die Beschreibung jedoch genauer werden. Das eine verlängert sich durch benachbarte Bögen, das andere stellt eine kleine Umschließung zwischen lange Seiten. Keinem fehlt etwas, weil es anders aussieht als 謙.

In „Die Sternbilder erkannt, den Himmel noch nicht ausgeschöpft“ habe ich darüber geschrieben, wie Namen und Diagramme beim Sehen helfen und es zugleich vorzeitig beenden können. Der Essay, hier chinesisch verlinkt, fragt aus der Richtung der „Schönheit des Chaos“ in SAE (Self-as-an-End), ob eine erfolgreiche Erklärung deshalb schon berechtigt ist, dem Gegenstand seine einzig mögliche Erscheinungsweise vorzuschreiben.

Versuchen wir eine kleine Rückkehr zum Bild: zuerst ein Zeichen benennen, das tatsächlich oben dicht und unten offen ist, danach eines, dessen Raum anders beschrieben werden muss. Die erste Aussage wird nicht verworfen, das nächste Zeichen nicht in sie hineingezwängt. Durch seine Benennung ist die Siegelschrift nicht schön geworden. Die erkennbaren Unterschiede lassen den Namen weiter beim Sehen helfen, statt uns zum Abschluss zu drängen.

Hinweise zu Objekt, Text und Bildbearbeitung
  • Das Werk ist 邓琰篆书荀子宥坐篇轴 im Palastmuseum, Inventarnummer 新00187665, Tusche auf Papier, 117 cm hoch und 74 cm breit. Deng Yan und Deng Shiru sind dieselbe Person. Das Museum bezeichnet es als frühes Werk; eine Datierung fehlt auf dem Blatt. Aus der Signatur wird kein bestimmtes Jahr abgeleitet.
  • Der Haupttext umfasst 151 Zeichen: zehn Spalten zu fünfzehn, danach 也; ohne Widmung. Die Druckzeichen und moderne Interpunktion erleichtern das Lesen, ohne Siegelformen nachzuahmen. Das chinesische Zitat verwendet vereinfachte Zeichen. Besprochene traditionelle Formen entsprechen 试/試, 观/觀, 闻/聞, 谓/謂, 谦/謙, 让/讓, 聪/聰 und 则/則. 迺 und 于戏 bleiben erhalten. Das Semikolon nach 富有四海 in der Museumstranskription wurde durch ein Komma ersetzt. Der Katalogtitel bleibt bestehen, obwohl der Wortlaut von verbreiteten Xunzi-Ausgaben abweicht.
  • Alle vier Abbildungen stammen aus demselben offiziellen Bild von 3416 × 5120 Pixeln. Die DeepZoom-Kacheln wurden koordinatentreu zusammengesetzt und rechteckig zugeschnitten; die Übersicht wurde proportional verkleinert. Hinzu kommt JPEG-Kodierung. Keine Ergänzung von Strichen, Siegelentfernung, Farbänderung, Schärfung oder KI-Schrift. Die Ränder der Abbildungen 1–3 zeigen kleine Fragmente benachbarter Zeichen; die besprochenen Hauptformen sind vollständig. Koordinaten, Größen, Quellen und Prüfsummen stehen im Bildmanifest.
  • Grundlage ist die digitale Aufnahme, keine Untersuchung des Originals vor Ort. Innenräume, Raster und Linienbeziehungen lassen sich im selben Bild vergleichen. Schreibgeschwindigkeit, Handdruck oder Gemütszustand sind daraus allein nicht feststellbar.
  • Die Abbildungen wurden ursprünglich mit einem lokalen redaktionellen Prüfungspaket bereitgestellt und werden hier nun zur Besprechung des Werks verwendet. Historische Schrift und moderne fotografische Dateien werden hinsichtlich ihrer Rechte getrennt behandelt. Eine zusätzliche schriftliche Genehmigung des Museums zur Wiederveröffentlichung wurde nicht eingeholt. Öffentliche Zugänglichkeit und Quellenangabe sind keine Erlaubnis zur erneuten Veröffentlichung, kommerziellen Nutzung oder Unterlizenzierung. Siehe Permissions and credits.

Weitersehen und weiterlesen

Quellen · 中文 / English

来源记录 · Sources

核查日期:2026年10月19日。本文讨论的对象是故宫博物院藏纸本墨迹《邓琰篆书荀子宥坐篇轴》,新00187665。

1. 藏品身份、断代与文字

- 故宫博物院藏品页
- 馆方题名:邓琰篆书荀子宥坐篇轴
- 文物号:新00187665
- 作者:邓石如,原名邓琰。清代,纸本篆书立轴
- 馆录尺寸:纵117厘米,横74厘米
- 题款:“颐斋大人属书。邓琰。”下钤“邓琰”“石如”印
- 馆方将其归于早期篆书。本幅无纪年,不另行给出确切书写年份
- 正文据馆方释文及本幅图像核对,共151字,不含题款。引文加现代标点,以通行字转写;十个正文长列每列十五字,最后“也”另列
- 标题沿用馆方《荀子宥坐篇》著录。本幅措辞与常见《荀子·宥坐》通行文本有异,未以另一版本覆盖本轴

Collection identity, dimensions, inscription and broad dating follow the Palace Museum’s object record. Deng Yan and Deng Shiru are the same calligrapher. No exact date is supplied. The 151-character transcription follows this specific hanging scroll, not a substituted modern edition of the Xunzi. Modern punctuation and explanatory translations are editorial additions.

2. 实际采用的官方高清影像

- 官方高清浏览器
- 官方DeepZoom图像描述文件
- 完整图层:3416×5120像素;JPEG图块,TileSize 256,Overlap 1,最高层级13
- 图块路径模式:https://www.dpm.org.cn/Uploads/tilegenerator/dest/files/image/8831/2007/1889/img0005_files/13/{x}_{y}.jpg
- 四张正文配图由同一图层还原、裁切或等比例缩小。来源图层与坐标逐一记录于IMAGE_MANIFEST.json
- 完整还原图保存在sources/museum_full_resolution.jpg,供离线核图;它是同一数字图层的拼接还原,不是新拍的原作照片

The essay’s four illustrations derive from one official 3416×5120-pixel image layer. Tiles are reassembled at their published coordinates, removing duplicated overlap pixels. No alteration of the calligraphy is made. The full reconstructed layer is supplied for offline inspection; the museum’s viewer remains the official online reference.

3. 可选附读

- 秦汉:《认出了星座,天空也没有被说完》
- 独立英文版
- 繁体中文版
- 已阅读全文,采用其关于名称与图式能帮助观看、却不能替对象宣布唯一面貌的论述。本文没有把篆书直接分类为某种射线,也没有把陌生难辨当作美的根据
- Self-as-an-End在各语言版本中保留原名

The optional reading draws on the complete essay, especially its distinction between a useful description and a description that claims to exhaust what is seen. It does not infer beauty from illegibility or assign the calligraphy to a philosophical category.

4. 权利信息

- 故宫博物院网站使用条款
- 使用范围、未取得的权限与署名见LICENSE_AND_CREDITS.md

5. 未采用的初始选题

研究初期曾考虑《篆书白氏草堂记》六屏。东京国立博物馆2015展览记录明确为1804年私人藏品,不能写成故宫或东博馆藏。可核的官方全图分辨率不足,另见的高清转载又改变了原有行列,因此未纳入正文、配图或任何本件尺寸与断代的依据。本文已完整改为上述《荀子宥坐篇轴》,不混入另一件作品的资料。

Bildnachweise und Nutzung · 中文 / English

Die Website enthält WebP-Bilder in einer für die Lektüre geeigneten Größe, auch Details und weitere Ansichten. Ein Klick öffnet die Werkseite des Museums; die Originaldateien in voller Auflösung werden hier nicht bereitgestellt. Maße, Dateinamen, Ausschnittkoordinaten und Prüfsummen unten dokumentieren die archivierten Quelldateien, nicht die Webvorschaubilder.

Published image provenance / 配图来源

Collection record / 馆藏记录

许可与署名 · Permissions and credits

作品、摄影和本文分开处理

本文所讨论的古代书法为清代邓石如(邓琰)所作。古代书迹的年代,不等于现代摄影、数字图层或网站材料已获自由转载许可。本包没有把图像标记为CC0、CC BY或已获个案授权。

- 收藏:故宫博物院,北京
- 图像来源:故宫博物院官方网站及该藏品公开高清浏览器
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Collection: the Palace Museum, Beijing. Images come from the museum’s public website and object-specific high-resolution viewer. Reassembling the published image tiles and preparing rectangular details does not create new publication rights. No separate written permission has been obtained for public publication, commercial use or sublicensing. The age or public-domain status of the historical calligraphy must not be conflated with permission for the modern photographic assets. This package is prepared for local editorial review.

建议保留的图像署名

故宫博物院藏。图像:故宫博物院公开高清数字影像;本项目作矩形裁切或等比例缩小。未改变书迹。转载与发布权限须另核。

Collection of the Palace Museum, Beijing. Image: the museum’s public high-resolution digital photograph; cropped or proportionally reduced for this essay. The calligraphy is unaltered. Publication and reuse rights must be checked separately.

文字

八语正文为本项目新编写的细读与译文。文中引用的古代故事按本幅转写;现代标点、解释和外语翻译由本项目提供。SAE附读链接到作者的既有公开文章,未复制其全文。文本不表示故宫博物院对本项目或其判断的认可。


# 图片说明 · Image notes

本文采用故宫博物院藏《邓琰篆书荀子宥坐篇轴》的同一官方数字图层。原图3416×5120像素,最高DeepZoom层13,共280图块。还原时按原坐标放置,并去掉1像素重叠边;未改动字列、字距、纸色或印章。局部裁切保留邻列,以便比较字内空间和相近字位。

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正文图1。保留右起第四至第六列的第四至第七字位。中列为“子曰试注”,右邻“君以为至”,左邻“覆夫子喟”。“曰”的高开口是开篇所论的重点。须先沿每列向下读,再移往左列;这张局部不是一段按横排顺序读的文字。

Figure 1. Three adjacent columns, numbered 4–6 from the right in the full work. In the centre, 子曰試注 belongs to “he turned to his disciples and said: try pouring.” Here 子 is the second character of 弟子, “disciples,” not the honorific “Master.” 曰 means “said” and is the second fully shown central character. The adjacent columns preserve the comparison with simpler and more complex forms. Read each column downward, and columns from right to left.

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正文图2。全轴右上方三列的开头。右列“孔子观于”、中列“守者此谓”、左列“子曰吾闻”。为保证“闻”的下端完整,裁图下边缘保留少量下一行笔画。

Figure 2. Top-right corner of the work. Right: 孔子觀於, “Confucius looked at”; centre: 守者此謂, “the keeper / this is called”; left: 子曰吾聞, “the Master said: I have heard.” These are column openings, not a continuous passage in this crop. 孔 is Confucius’s family name; 子 is an honorific in his name. 觀 means “look,” 聞 “hear.” The small amount of neighbouring writing retained at the lower edge keeps all of 聞 visible.

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正文图3。全轴左侧相邻三列,各保留五个主要字位。右列“聪明睿智守”、中列“让勇力振世”、左列“以谦则所谓”;边缘保留少量邻字。左列第二字“谦”与中列第一字“让”便于比较言旁及右部空间;右列“明”“睿”“智”的空间安排又不同。

Figure 3. Three columns in the left part of the work, with five principal characters in each. Right: 聰明睿智守, “intelligence and discernment / preserve”; centre: 讓勇力振世, “yielding / courage and strength shake the world”; left: 以謙則所謂, “with humility / then what is called.” The crop preserves column context rather than isolating individual characters. 謙, “humility,” is second in the left column; 讓, “yielding,” first in the centre. 明, “clarity,” 睿, “discernment,” and 智, “wisdom,” follow one another in the right column.

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正文图4。全幅等比例缩小,1280×1919像素,供观察整轴的行列。正文151字,右起十个长列各十五字,末字“也”另列;左边较小的题款和两方印不计入151字。原始全分辨率还原图另保存在sources/museum_full_resolution.jpg。

Figure 4. Complete image, proportionally reduced to 1280×1919 pixels. The 151 large characters occupy ten columns of fifteen, plus the final 也, a sentence-ending particle, at the far upper left. The smaller dedication, signature and seals are separate from this count. The full reconstructed source is included in sources/museum_full_resolution.jpg.

官方图源与处理记录

故宫高清浏览器 · 图层描述文件

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