Aufmeißeln und Konstruieren: Eine Heuristik der zeitlichen Künste
Melodie, Bühnenblick, Tanzbewegung und Filmschnitt verwenden verschiedene Mittel. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Wahrnehmung über Zeit organisieren und Erwartungen entstehen lassen, bestätigen, öffnen oder neu stabilisieren können.
Aufmeißeln bedeutet hier, eine gegenwärtige Erwartung erneut zu öffnen oder zu destabilisieren. Konstruieren heißt, eine neue formale Erwartung lokal zu stabilisieren. 生、定、展、固 sind analytische Begriffe von Self-as-an-End (SAE), keine beobachteten Hirnstadien.
Die Reihe behandelt das Modell als ästhetische Hypothese. Kultureller Erwerb, professionelle Erfahrung, Gedächtnis, Aufführungsort, sozialer Kontext und körperlicher Zustand verändern jede Erwartung; die Vergleiche begründen daher weder Kultur- noch Genre- oder Werthierarchien.
- Essay 1 von 4Musik und LiedWarum Vertrautheit nicht dasselbe ist wie ErschöpfungEine Hörheuristik aus 生、定、展、固, Residuum und zwei Formen des Vergleichs.
- Essay 2 von 4Chinesisches Musiktheater und europäische OperWenn Stimme, Körper und Erzählung nicht zugleich ankommenKanalübergreifende Phasenverschiebung als ästhetische Ressource der Bühne.
- Essay 3 von 4Ballett und TanzDer erwartete Körper und seine erneute ÖffnungGewicht, Richtung, Wiederholung und Improvisation als Material zeitlicher Körpererwartung.
- Essay 4 von 4Schauspiel und FilmErzählmodelle, Montage und die Gefahr der ScheinmeißelungWie begriffliche Erwartungen mit Bild, Klang und Darstellung in verschiedene Phasen geraten.